Der Uhu schrieb alles, was der Maulwurf gesagt, in sein Notizbuch. Zu einigen Mitteilungen machte er Bemerkungen. Er sagte aber nichts, sondern fragte höflich den Maulwurf, ob er noch etwas mitzuteilen habe.
»O ja,« sagte der Maulwurf, »die Hauptsache! In der Welt ist es sehr langweilig. Ein Tag ist wie der andere, und man hat nur zwei Zerstreuungen. Die eine ist das Essen. Die andere ist, daß man alle anderen Tiere über die Achsel ansieht, die nicht in der Welt wohnen und nicht leben wie die Maulwürfe. Und das ist die feinste Freude für einen Maulwurf.«
Der Uhu notierte alles. Darauf bat er den Hahn, nun auch seine Erfahrungen mitzuteilen.
»Die Welt,« begann der Hahn, »ist meistens eine lustige Sache. Genug zu essen, genug zu trinken und Hühner, soviel man will!«
»Soviel man will!« stöhnte entsetzt der Maulwurf.
»Jawohl! Soviel man will! Die Welt ist viereckig und hat einen Zaun aus Draht rings herum. Die Welt hat ein Licht am Himmel, dann ist es warm. Manchmal fallen aber weiße Fetzen vom Himmel und dann ist es kalt.«
»Weiße Fetzen?« fragte erstaunt die Schwalbe.
»Ja, und wenn die herabfallen, wird die ganze Welt weiß davon. Kein Tier legt dann Eier. Es gibt in der Welt jemand, der einem alle Tage Futter bringt. In der Welt haben die Tiere Federn und einen roten Kamm.«
»Einen Kamm?« riefen Maulwurf und Schwalbe. »Das ist nicht wahr.«
»So! Nicht wahr!« krähte heftig der Hahn. »Ich habe doch einen, und unsere Kücken haben einen, wenn sie zur Welt kommen, meine Hühner haben einen, und dann: nicht wahr! Jedes Wort ist wahr, das ich sage! Ich habe alles selbst beobachtet, ich lebe mitten in der Welt und betrachte sie von morgens bis abends.«