»Ja,« lärmten die Hühner durcheinander, »aber wie werden sie aussehen! Mager und verrupft und mit nackten Hälsen. Und zum Schluß frißt sie Katze und Habicht, denn wer paßt auf sie auf?«
Da piepste es draußen vor dem Hühnerhof aus vielen kleinen Kehlen und neun kugelrunde, glänzende, zierliche Kücken liefen vor dem Holzgitter herum.
Als das schwarze Huhn sie sah, flog es mit lautem Freudengegacker auf sie zu. Die Kücken rannten um das Huhn herum, flogen ihm auf Kopf und Hals, krochen unter seine Flügel und wieder hervor und piepsten seelenvergnügt und freuten sich.
Oben auf dem Zaun aber standen sämtliche Hühner des Hofes und unten guckten die Enten durch das Gitter.
»Und wie gefallen euch meine Kücken?« rief das schwarze Huhn. Es bekam keine Antwort, aber an dem Tag mußte der Hahn sämtliche Regenwürmer selber essen. Er machte sich aber nichts daraus.
Er und Sie
Es war einmal ein Zaunkönig, der mit seinem Weibchen in Frieden und Eintracht lebte. Alle Jahre bauten die beiden ihr Nest in einem Zaun, nicht ganz oben, damit es nicht hinein regne, und nicht ganz unten, damit keine Katze sie überraschen könne, sondern schön gerade in der Mitte. Jahr um Jahr taten sie das und waren glücklich und zufrieden dabei.
Aber einmal – kein Mensch wußte warum – fiel es dem Zaunkönig ein, sich einen andern Platz auszusuchen, um sich sein Nest zu bauen.
»Frau,« sagte er, »mir ist es verleidet, immer im Zaun herumzukriechen. Bin ich ein König oder bin ich es nicht? Also! Wenn ich aber König bin, so will ich auch hoch auf einem Baum nisten, wie es sich für einen König schickt!«