»War das so schlimm? Du bist wohl ungeduldig geworden?«

»Ja, Ma. Jetzt möchte ich jede Minute bei dir sein. Das ist doch ganz natürlich, — immer, immer.«

»Und wenn wir uns nun nicht trennten, — wenn wir beisammen blieben, du mein Herzenskind!« murmelte Marianne.

Es kam ihr fast gegen ihren Willen auf die Lippen. Sollte sich Sophie unnütz quälen, — und wären es auch nur Tage —, um der Trennung willen, die nach ihrer Ansicht bevorstand?

»Ach ja, Ma!« rief Sophie innig, jedoch gleich darauf schien sie ein plötzlicher Schreck zu durchfahren. »— — Du meinst doch nicht, — ich soll doch nicht —«

Sie war ganz blaß geworden.

»Nein, o nein!« sagte Marianne schnell, »wie kannst du das glauben! Nichts wird rückgängig gemacht. Aber denke dir, mein Liebling, denke dirs nur als eine noch nicht gewisse Möglichkeit: wir blieben trotzdem beisammen, — in einem kleinen Städtchen zum Beispiel, — etwa in den Schweizer Bergen —«

Sophie machte sich sichtlich beunruhigt frei.

»— Warum denn ein so ganz kleines Städtchen, Ma —?«

»Ich meine natürlich ein Universitätsstädtchen.«