»Ja ja, aber wenn auch —. Daß es so gar klein sein soll —? Warum denn eigentlich nur?«
»Stell dir zum Beispiel vor, dort wäre eine Mädchenpension, die ich zu leiten hätte, — eine solche ist nämlich in Bern, — lauter halberwachsne Mädchen —«
»— Aber — das wäre ja gräßlich, Ma!« fiel ihr Sophie ängstlich ins Wort.
Marianne hielt einen Augenblick inne.
Sie suchte mit plötzlicher Bangigkeit Sophiens Blick.
»— Wäre das so gräßlich, — Sophie?«
»Nein, — das heißt: es wäre ja wunderschön natürlich, — aber, — ach nein, Ma! das kann ja doch gar nicht dein Ernst sein?«
Marianne versuchte zu lächeln, aber sie fühlte, daß ihr mitten in diesem schwachen Lächeln die Lippen kalt wurden.
»— Nur so eine Idee, Kind,« sagte sie mühsam.
»Siehst du, das dachte ich.« Sophie küßte sie heftig und lachte beruhigt: »Das wäre ja auch gar nichts, nicht wahr? Denke nur: so eine Mädchenpension, — Hammelherde, — huh! Da müßten wir uns ja immer nach den Zimperliesen richten. Wenn du da Stunden gäbst und von allen möglichen Leuten abhingest, wäre alles gleich so gebunden, — so wie hier —. — — Und übrigens, solches Kleinstädtchen doch auch für dich im Grunde recht öde, — nicht?«