Marianne nickte, ohne Sophie aus den Augen zu lassen, die ihr unleidlich brannten und stachen von den bemeisterten Thränen.

»Ja ja, Sophie. Daran, ob es öde wäre, hab ich so gar nicht gedacht —. Wenn ich mir das überlege, ist es also wohl nichts damit.«

Sophie wurde wieder ganz heiter.

»Nein, was du aber auch für eine Phantasie hast, Ma?« meinte sie neckend und setzte sich der Mutter auf den Schoß. Sie war voll kleiner Zärtlichkeiten.

Nun wollte sie Ma auch ordentlich erzählen, wie sie sich das Leben dächte, mit Cita zusammen, in Berlin, wo Cita ja so vortrefflich aufgehoben sei und schon Beziehungen habe, und wo sie es nun ebenso gut haben werde. Beziehungen nämlich, das ist wichtig —! — — Eine Menge interessanter Einzelheiten plauderte ihr Sophie redselig vor.

Marianne saß müde in ihrem alten Lutherstuhl.

Sie hörte immer mit dem gleichen Anflug von Lächeln zu, es war wie erstarrt auf ihrem Gesicht.

Das also war das weitaus Schönere, wovon Sophie träumte. Und das hatte sie ja nun endgültig den Kindern gegeben, ihnen erlaubt. Mehr zu geben hatte sie nun überhaupt nicht. Nein: nur sich selbst noch hinzugeben hatte sie wollen. Sie selbst jedoch, — ja sie selbst — lehnten sie leise ab —.

— Marianne überfiel plötzlich, mitten in Sophiens Hinplaudern, eine jähe Furcht, sie könnte mit einemmal — jetzt gleich — etwas Gräßliches, Grelles thun müssen, entweder laut schreien oder gar lachen —.

Besonders das letztere: jawohl, grell und gell lachen —.