Was ihm auch geschähe: zu allerletzt würde er doch im stande sein, zu einem zweiten Menschen so vertrauensvoll aufzublicken, daß er dessen seelischer Hilfe sich gläubig anheimgab!

Und bei ihr war das im Wiedererwachen zum Leben das erste, — das Unwillkürliche —.

Das allererste, was sie wiederfand, war eine ruhige, vertrauende Gebärde. — — —

II.

Draußen herrschte das lustigste Schneetreiben von der Welt.

Den Kutschern und vielleicht auch ihren Gäulen lachte das Herz im Leibe drüber, wie leicht heute die Schlitten über den weißblendenden Boden dahinflogen, der seit etlichen Tagen einer erneuten Schneelage entbehrt hatte, sodaß hier und da bereits das holperige Steinpflaster der unebenen Moskauer Straßen durch den zerstampften und vergrauten Schnee durchzuscheinen begann.

Auch Marianne freute sich, schnell vom Fleck zu kommen. Seit dem frühen Morgen war sie schon so viel herumgetrieben worden, in verschiedene Privatstunden und eine Schule.

Noch ein paar Tage lang! Dann gab es Ferien. Schlossen auch die Anstalten erst kurz vor Weihnachtsabend, so hörte doch der Unterricht in den Häusern meistens schon früher auf.

Marianne kam von weit außerhalb gefahren, wo sich an den Grenzen der Stadt ein großes Mädchenstift befand, nicht allzufern von dem berühmten Jungfernkloster, dessen phantastische Türme herüberwinkten. Auf dem Rückwege von dort ließ sie ihren Schlitten in einer unbelebten, fast ländlichen Vorstadtgegend vor einem einstöckigen, rot angestrichenen Holzhause halten.