So totenstill war es. Man war wie allein auf der Welt. Nichts von der hastigen Geschäftigkeit der Wochentage in der Wohnung.
Es wollte ihr vorkommen wie ein Atemanhalten um sie her. Alle Dinge wurden darin beredter, belauschbarer —.
Die Stille machte bange, sie war so selten allein.
Alle Dinge in dieser kleinen Wohnung liebte sie, ein jedes Stück darin hatte sie mit zärtlichem Bedacht gewählt, — nur was sie lieb haben konnte, das hatte sie allmählich zusammengetragen.
Sie hatte gewünscht, diese Räume sollten mehr als wohnlich wirken, — wie Arme, die sich weit und warm erschließen.
Aber sie wirkten nur so, weil geliebte Menschen sie erwärmten. Weil immer noch Sophie in ihnen ging und stand, lebte und lachte, — weil Sophie in ihnen die Mutter erwartete, wenn sie abends müde von der Tagespflicht heimkam.
Wenn alle diese Liebesfülle keine Bethätigung mehr fand, dann konnte auch keine Liebe mehr auf die Dinge überströmen. Sie blieben nicht länger beseelt, — sie entseelten sich, — — starben —.
Marianne fröstelte. Und plötzlich richtete sie sich entschlossen auf, schritt in den Vorflur hinaus und nahm ihren Mantel.
Sie wußte wohl, was sie thun mußte. Einen Beistand brauchte sie. Sie mußte, wie mit allem, so auch hiermit zu Tomasow. Mit ihm sich beraten, ihn hören. Daß er da war, das war eine Zuflucht.
Aber in all ihrem Verlangen danach fürchtete sie sich zugleich, und mit schwerer Hand machte sie sich fertig, zu ihm zu gehn. Sie wußte: zu den weichen Tröstern gehörte er nicht. Ihm eingestehn, was sie heute quälte, das hieß sich entscheiden —.