Und seine Feder kratzte über das Papier.

Er schrieb an Ruth:

»Süße, liebe Ruth!

Ich habe mich in Papas Zimmer hingesetzt an den Tisch, an dem du arbeitetest.

So ungeheuer gern wär' ich zum Bahnhof mitgegangen! Weinen wollte ich aber nicht, ich biß ins Kissen. Als aber in der Ferne der Zug lospfiff (vielleicht war es gar nicht dein Zug), da habe ich trotzdem ein bißchen geweint. Ich dachte: nun fährt sie fort.

Papa hat mir aber einen guten Rat gegeben. Ich will dir noch nicht sagen, was für einen. Ich will ihn lieber erst befolgen. Und solange ich ihn befolgen muß, was ziemlich lange dauern kann, werde ich dir nicht schreiben. Aber dann schreibe ich dir, daß du meine Frau werden mußt. Im Spiel hast du es niemals sein wollen, und das hat mich manchmal so schwer gekränkt. Aber das war dumm von mir. Denn erst muß ich ein ganzer Mann für dich geworden sein.

Darüber habe ich Papa noch nichts zu sagen gewagt.

Jetzt muß ich schließen. Aber ich mußte es dir gleich schreiben, damit du es weißt. Vergiß mich nur nicht, wenn du dort einen andern Jungen findest. Am Ende sogar einen fertigen Studenten? Dann würde ich mich ja hier so ganz umsonst anstrengen.

Aber vielleicht findest du keinen.

Ich küsse dich mit tausend Küssen.