»Ich weiß noch nicht. Vielleicht wird es wünschenswert sein. In Deutschland ist es ja nicht mehr so früh im Jahr. Dagegen spricht nur, daß ich sie jetzt noch nicht selbst hinbringen kann. Das müßtest du dann thun, Jonas. Und sie würde Gonne mitnehmen.«
»Wenn ich Medizin studieren werde,« bemerkte Jonas nach einer Pause, »dann wird es mir immer vor Augen stehen, das Wunderbare, daß es mit Mama besser geworden ist. Ich denke mir: Arzt zu sein, und ein einziger solcher Fall, — das muß auf alle Lebenszeit einen glücklichen Menschen machen.«
»Du bist ein guter Kerl, Jonas. — Ich hätte übrigens nicht gedacht, daß du speziell ›Medizin‹ wählen würdest. Ich dachte: Naturwissenschaften.«
»Ja, ich selbst auch, — früher. Am liebsten Zoologie. Aber es ist eine so ungewisse Zukunft damit. Ein Arzt findet überall sein Brot.«
»Das ist richtig. Aber das allein Ausschlaggebende dürfte es nicht sein. Es kam immer noch auf die Stärke der besondern Neigung und Befähigung an. Wenigstens für dich. Das andre war dann meine Sache.«
»Ich möchte aber so früh als es geht unabhängig werden, Papa. Selbständig.«
»Ist es dir so unangenehm, dich von mir abhängig zu wissen, mein Junge? Es ist nur dein gutes Recht. Noch lange. Ich will nicht, daß dir deine Studien durch irgend etwas verkürzt oder eingeschränkt werden.«
Den Rest der Fahrt schwiegen sie. Jeder blickte, in seine eigenen Gedanken vertieft, zu einem andern Fenster hinaus.
Zu Hause, über dem Garten, dunkelte es schon. Aus dem Wohnzimmer blinkte Licht. Der späte Mittag, der jetzt in den Abend fiel, wartete auf sie.
Erik legte beim Eintreten eine Handvoll blaßblauer Fliederzweige auf den Tisch. Er hatte sie in einer Hülle von Seidenpapier mitgebracht.