»Bel, — Bel, — verzeihe mir.«
Sie gab sich Mühe zu lächeln; es war ein merkwürdiges, schwaches, kleines Lächeln, das dabei herauskam. Und nun wurde sie dunkelrot.
»Ach, Erik, — nicht so. Es ist mir zu — es ist mir so ungewohnt. Schrecklich ist es mir. Sprich nicht so zu mir.«
Er setzte sich neben sie, auf den Stuhl an ihrem Bett.
»Lasest du, Bel?« fragte er zerstreut, gepeinigt.
»Ja, Erik. Du mußt nicht böse darüber sein. Es sind so alte Bücher, — die alten, weißt du? Aber neulich fand ich einmal etwas, und das machte mich so glücklich. Das suchte ich mir heute auf. Es ist so schön zu lesen, Erik.«
Sie sprach rasch, befangen, wie ein verlegenes Mädchen.
Er blickte nieder auf die Bücher. Ein goldenes Kreuz auf dem einen. Und das andere. P. A. de Génestets »Laiengedichte«, — diese echt holländischen Lieder, in denen Trotz und Glaube, Trost und Zweifel sich seltsam genug mischen.
»Ich hatte sie so völlig vergessen, alle beide. Weiß selbst nicht, wie nur. — Wie gut, daß so etwas dableibt, ob man es auch vergißt. Sie waren so verkramt, und ganz staubig, als ich sie neulich fand. — Willst du mir die ›Laiengedichte‹ herreichen, Erik? Ein Lesezeichen liegt drin.«
Er schlug das Buch auf und reichte es ihr. Das Lesezeichen fiel dabei heraus.