Erik stand noch bei Jonas am Bett. Jonas hatte die Augen aufgeschlagen, den Vater neben sich erblickt, war zusammengezuckt und hatte von neuem die Augen geschlossen. Kein Wort fiel zwischen ihnen.

Erik begriff nun den ganzen Zusammenhang, begriff vieles, wofür ihm wohl eher das Verständnis hätte aufgehen müssen, wenn er Gedanken dafür übrig behalten hätte. Der atemlose Fleiß von Jonas, seine Begierde nach Selbständigkeit, sei es auch im engsten Leben, — dieser Anstrich von Philistrosität, diese Abkehr von aller fröhlichen Unbesonnenheit und Thorheit wurden Erik jetzt verständlich. Nicht Mangel an Temperament, an Jugendfeuer war das gewesen, — sondern eiserne Ausdauer, Selbstbeherrschung.

Kinderei oder nicht, — es lag Kraft darin. Er achtete seinen Jungen.

Aber der — — achtete ihn nicht.

Jetzt, in dieser Stunde nicht. Ein ganz neues Verhältnis zu seinem Sohn, ein ganz neuer Kampf erwartete Erik jetzt, und er mußte nun seine volle Kraft zusammennehmen, um darin zu siegen.

Ein leises Knaben der Gartenpforte weckte ihn aus diesen Gedanken. Bei dem kaum hörbaren Geräusch durchblitzte ihn ein plötzlicher Schreck.

Er öffnete die Thür zu seinem Arbeitszimmer. Ruth war nicht darin. Er ging über den Flur in das Wohnzimmer. Ruth war nicht da.

Erik stieg in den Garten hinunter. Eine furchtbare Beklemmung drückte ihm die Brust zusammen.

»Ruth!« rief er laut, und erkannte seine eigene Stimme nicht.