Eine ältliche Magd, mit einer sonderbaren Friesenhaube auf dem Kopf, wartete schon unten, griff kräftig mit an und ließ die abgeladenen Möbelstücke in dem Wohnzimmer niedersetzen, das mit seinem breiten Fenster auf die Terrasse hinaussah. Im Wohnzimmer stand die Thür zu einem kleinem Nebengemach auf, das bereits vollständig eingerichtet zu sein schien. Von den Sachen, die man, beim Auszug aus der Stadtwohnung, im gemieteten Landhause vorrätig gefunden hatte, war offenbar alles Beste und Bequemste hier zusammengetragen worden, um Ordnung und Gemütlichkeit zu schaffen.

An der Thür, auf einem deckenumhangenen Ruhebett, lag eine bleiche, nicht mehr junge Frau, deren feine Gesichtszüge jedoch Spuren ungewöhnlicher einstiger Schönheit zeigten. Unter halbgesenkten Augenlidern folgte sie aufmerksam jeder Bewegung der Kommenden und Gehenden.

Da vernahm sie von der Terrasse her eine Stimme, bei der ein Lächeln durch die großen blauen Augen ging.

»Erik!« rief sie bittend, »komm doch her zu mir. Komm doch her.«

Er stand vor dem Terrassenfenster, in dunkler Morgenjoppe, die Hände in deren Seitentaschen versenkt, zwischen den Zähnen eine Zigarette. Auf den Zuruf seiner Frau wandte er sich um und ging über den Flur in das Zimmer.

Ihr schien immer: ein Strom von Leben käme mit ihm, wenn er so zu ihr trat.

»Nun, Bel,« sagte er heiter, »du sollst sehen, jetzt bricht die Sonne durch den Nebel, und dann trage ich dich in den Garten hinaus. Deinen großen Liegestuhl haben wir schon dort hinten am Springbrunnen aufgestellt.«

Sie schüttelte den Kopf.

»Ich habe keine Ruhe draußen, solange hier alles noch in solcher Verwirrung ist. Wie mag es nur in deinen Zimmern aussehen, Erik? Seitdem wir gestern herkamen, habt ihr nur für mich gesorgt. Ach, weißt du, das ist das Schlimmste: im ganzen Leben wird nichts mehr recht ordentlich werden. Alles wird herumliegen.«

»Aber, Bel!« versetzte er spottend, »welchen Sinn hätte es auch sonst, aufzuräumen? Was sind das für Sorgen und Schmerzen!«