Aber meine Gesundheit ist dadurch auf den früheren geringen Standpunkt versetzt, und jede Aufregung welcher Art ist für mich nachtheilig. So habe ich eingewilligt Sie nicht wiederzusehn, obwohl es mir ein paar heiße Thränen gekostet hat. –
Leben Sie also schriftlich wohl! Wie viel Liebe, Achtung und Treue dränge ich in diese Worte! Erwiedern, erhalten Sie mir das, was mir so lange den Muth gab, Ihnen meine Liebe zu zeigen!
Wo mag Immermann sein? Vielleicht schon bei Ihnen – und schwerlich finden wir ihn irgendwo, denn unser erstes Nachtlager wird Schwelm sein!
Von Schadow's, wo sie sein mögen, wissen wir auch nichts! Grüßen Sie sie, wenn sie zurückkommen; an dem Abend ihrer Durchreise durch Köln brach die Brustkrankheit aus.
In einigen Wochen werden Sie ein Paquetchen bekommen – was darin ist, bitte ich Sie und Immermann so liebevoll und schonend nachsichtig hinzunehmen, als es mit wahrer Demuth Ihnen dargebracht wird. Ich hoffe diese zweite Auflage wird weniger Fehler enthalten als die erste!
Nicht wahr, Sie schreiben mir einige Trostesworte nach Berlin? nach diesem öden, modernen, ausgeblaßten Berlin!
Wie kalt wird mir, wenn ich daran denke!
Leben Sie wohl! Mein Bruder theilt aus eigner Empfindung meinen Schmerz Sie und Immermann nicht wiedersehn zu können, und er wagt es, Ihre schönen Hände zu küssen, und seine tiefste Verehrung Ihnen zu Füßen zu legen.
Noch einmal sein Sie und Immermann mit dem treuesten Gruß der Freundschaft gegrüßt.
Ihre