Grillhofer. Wastl!

Wastl (stellt auch ein Glas vor Grillhofer hin). Hob a oans für dich mitbracht!

Grillhofer. Weißt, ich trink net! No, weil schon dasteht, laß's halt! —Wolln mer wieder von was Gscheiten reden! Dirndl, a Antwort bist no schuldig. Was d' da willst?!

Liesel (lustig). Bissel erbschleichen sollt ich!

Grillhofer. Sollst? Teufl h'nein, wer kann dich denn dazu verhalten?

Liesel. Neamand! Meiner Mahm war dös af einmal eingfalln und ich taug a scho gar net dazu. Allweil um oans herumscherwenzeln wie a Hund, derweil mer ihm d' Schüssel blast!—und passen und warten afs Versterbn, ah, na, wurd mer ganz entrisch dabei, leb ich doch selber so viel gern! (Steht auf.) Na, Bauer, meiner Seel, möcht dich unser Herrgott no hundert Jahr leben lassen, ich neid dir kein Tag, nöt ein oanzigen neid ich dir!

Grillhofer. Bist a herzguts Dirndl!

Liesel. Ich wär eh net her, aber um 's Hoambleibn war mer grad a net z' tun, außi wollt ich gern;—doch a so herumvagiern und dann lugn: ich war da gwest, dös wollt ich wieder nöt! No tust mer halt den Gfalln und sagst, es wär da nix z'holn, und jagst mich wieder hoam.

Grillhofer. Hehe—kimmt dir wohl net unglegn, wann i mir mit 'n Hoamjagn a weng Zeit lass', han? Möcht aber doch wissen, wie dein Mahm af dö Gedanken kämma is!

Liesel. Ah, dö Mahm hat's recht ernsthaftig gmeint! (Kopiert mit Laune die wohlwollende Redeweise einer alten, resoluten Frauensperson.) "Liesel", hat s' gsagt—"Schau, Liesel, du bist a einsam, verwaists Dirndl, mußt dich umtun, mußt dazuschaun! Verwändt bist amal mit 'm alten Grillhofer, dös können mer schriftlich aufweisen. Geh hin, schau eahm nach, soll ihm schlecht gehn, leicht gar macht er's neamer lang—verzeihst schon, Bauer—tu dich a weng einschmeicheln, er hat sunst dö lustigen Leut nöt ungern mögn… "