Dusterer. Is a rechte Lehr—is a wahre Christenlehr, Wastl; nimm dir's z'
Herzen! Beispielmäßig möcht einem 's Leben anlachen wie a schöner
Obstgarten, aber zulangen is net verlaubt, dös verwihrt ein'm der liebe
Gott.
Liesel. Geh zu, Schwarzer, mußt unsern Herrgottn nöt zum Vogelschrecker machen! Hat er doch selber die Kirschen so rotbacket und d' Weinbeer so glanzend gmacht, no, und übernimmt sich eins, is dös sein eigene Sach, wie er wieder mit sein Magn auf gleich kimmt, und beispielmäßig gibt's koan bessere Lehr als so ein überessenen Spatzen, was marod auf 'm Astel sitzt und 'n andern zuschreit: Zviel is ungsund!
Dusterer. Mein liebe Dirn, beispielmäßig kennst du dich lang no net aus, is a gar koan Red vom lieben Gott, der ein'm alls Gute vergunna möcht, sundern vom höllischen Erbfeind, was ein'm zum übermaß verlockt, wo 'n ein'm drauf net gut wird und ma nachhert in der Höll sein Kamillentee kriegt, was aber kein net schmeckt! Ja, ja, unter dö Kirschen liegent eben 'n Höllischen seine Fallstrick, und wo sich hizt der Schwoger alser Bußfertiger davon loslöst, hat er scho recht, wann er a a jedes Faderl von sich tat, wo do nochmal der Höllische amal anknüpfen kunnt.
Grillhofer. No, sehts es—sehts es. Dös is a Red. Der versteht sich halt drauf—ja dadrauf versteht er sich!
Wastl. No, is a a schöne Profession!
Grillhofer. Und hizt laß mer dö unnötig Wartlerei sein. Mei lieb Dirndl, magst d'r, vor d' gehst, noch a weng mein Hof anschaun! Tu's ohne Neidigkeit, ist dir vielleicht zum Bessern und bleibt d'r manche Versuchung derspart, wann nöt wird, wie deiner Mahm ihr Absehn war. Wann d' zu ihr hoamkimmst, magst ihr sagn, ich lass' s' schön grüßen, und sag nur, wie's wahr is, du wärst wirklich schon z' spat kämma. Morgn, wann a schöner Tag is, fahr ich vielleicht schon nach der Kreisstadt und tu a jed Faderl von mir, wo no der Teuxel mich anfassen kunnt; ich tu's 'm Schwager verschreibn, der is scho mehr auf seiner Hut. Und no bhüt dich Gott, Dirn! Daß d' da warst, war mer doch a klein Aufheiterung, wann's a bei mir net recht verfangen will, und no vergelt dir's Gott! Und wonn amal alls in Ordnung is und ich bei mein'm Schwogern in der Ausnahm bin, dann such mich hoam, vielleicht bin ich dann scho a weng lustiger wordn.
Dusterer (tätschelt die Hand Grillhofers). Ja, ja, freilich, mein lieben
Ausnehmer magst nachhert schon bsuchen.
Liesel. No, bhüt dich Gott, Bauer.
Grillhofer. Bhüt Gott und spater vergiß net auf mich und kumm fein.
Liesel (kehrt zurück). Oh, ich schau dir schon nach! Ich weiß net, mir gschieht so viel hart um dich—es is mir, als wär dir dös traurige Wesen naufzwungen und stund drum a net 'n lieben Gott noch 'n Menschen an, is mir, als sollt ich dir noch a ganz a Menge sagn, aber ich wußt wahrhaftig selber net, wie ich's vorbringa sollt. Bhüt dich recht Gott! (Läuft ab.)