Liesel. Möcht doch wissen, warum?

Grillhofer. Jo siehst, Dirndl, du bist für Leut, was nöt schwer tragn unterm Brustfleck, für solchene aber (auf Dusterer) is er der rechte. Vor ein halbn Jahrl hob ich mein Deuter kriegt. Sunst allwal gsund, streift mich af amal der Schlag. Elendig bin ich daglegn, hon aber no net gwußt, wo dös h'naus soll; aber der hat sich gleich auskennt, is gleich zu mir ins Haus grennt und hat gsagt: "Schwoger", hat er gsagt, "du hast a Sünd af dir, was d' nie noch recht bereut hast, hast's alleweil af d' leichte Achsel gnummen und unter der Zeit is der Wurm in dir foast wordn, so foast, daß d'r hizt, wo er sich aufdammt hat, bald Seel und Leib vonandgangen wärn! No schau halt hizt dazu. Besser spot wie gar nöt!" No, redet bot er ghabt, recht hot er ghabt! War wohl schon a verschlafene Gschicht, aber recht hot er doch ghabt, wie er mir's vorgstellt hat! Jo, jo!

Liesel. Hättst es net aufwecken lassen, dö verschlafene Gschicht. Wär gscheiter. Soll hizt der Floh, den dir der ins Ohr gsetzt hat, 'n Wurm fressen?

Grillhofer. Mußt nöt gspassen mit sölchene Sachen, mein lieb Derndl! Du weißt halt no von wenig. Aber ich will dich net ohne Einsehn lassen; sündig, wie ich war, und reuig, wie ich bin, sollst mich kennenlernen; ich will der dö Gschicht am Weg mitgebn, so Versündigungssachen sein allmal lehrreich für dö Weibsleut! Mag wohl schon a fünfundzwanzg Jahrl her sein, hat damal mei Weib noch glebt, da is a Dirn zu mir in Dienst kämma, war a klein mollets Ding, bißl hoffartig, hat sich mit koan Bubn nöt abgebn, nur af mi hat s' freundlich gschaut; daß ich sag, mei Weib hot koan oanzigs Kind af d' Welt bracht, allweil is's krank gwest und um dö Zeit is's gar elendig dahinglegn, ich aber war allzeit a kerngsunder Mon, und so schickt sich's halt amal, ich triff die Dirn allein und so is's halt kämma, wie's oft kimmt und zugeht af derer Welt. Bin mir nöt ganz klar, dö Dirn war nie so recht offen, war dös Wahrheit oder hat s' nur dö schwere Arbeit loswerdn wolln, sie hat a so tan, als war s' af dö Versündigung neamer recht richtig mit ihr. Aber lang, vor sich's hätt weisen können, is mein Weib ihr Vertraulichkeit zu mir aufgfallen, dö hat s' zu sich rufen lassen, hat s' beicht oder net, weiß net, aber sie hat af amal fortbegehrt und ich hab s' a net ungern fortlassen.

Liesel (an der Schürze spielend) Was d' da verzählst, Bauer, dös is freilich wohl nöt recht, kann aber doch nöt allein af dein Rechnung kämma, sein ja doch zwei dabei gwest.

Grillhofer. Wohl, wohl, zu solchene Dummheiten sein für gwöhnlich zwei vonnöten. Aber ich hätt solln 'n Gscheitern machen. Wie s' amal furt war, war s' wie vom Erdboden wegblasen, weit und breit da h'rum hat s' neamand mit kein Augn mehr gsehn. Was wohl mit ihr gschehn is? Hizt liegt's mer halt schwer auf, weil ich s' aufn Sündenweg gbracht hab, wie weit s' wohl drauf fortgrennt sein mag, immer naheter und naheter der Höll zuhi! Und hizt leicht gar net weit davon einloschiert! Jo, jo!

Wastl. Und dös ist dö ganze Gschicht? Zwegn dem tust so verzagt, zwegn dem willst Haus und Hof in fremde Händ gehn, nur damitst mehr freie Zeit und a Gsellschaft zur Bußübung kriegst?!

Grillhofer. Wohl—wohl.

Wastl. Na hörst, Bauer, meinst, wann mer amal dumm war, ma macht's besser, wann ma dann no dümmer is?

Grillhofer. Red nur du nix drein, Wastl, dös verstehst du net; sei froh, daß d' nix af dir hast, und schau dazu, daß d' a nix h'naufkriegst, wo d' dös möchst verstehn lernen!