Liesel (kommt vor, frisch). Jo, wir habn schon a Kreuz miteinander… (Da sie Grillhofer näher ins Auge faßt.) Um Gotteswilln, Bauer, was is der denn?
Grillhofer. Nix, nix, Dirndl, triffst mich grad, wie ich nach meiner neuchen Wohnung ausschau.
Liesel. Gfreut dich dein alte nimmer? (Sieht hinaus.) Wo zu willst denn hinbaun?
Grillhofer (hinausdeutend). Siehst! Siehst! Durt, wo die Kreuzeln herschimmern.
Liesel. Am Freithof? Geh zu, was kümmert dich der Freithof? Dö er angeht, dö wissen nix davon, und dö davon wissen, dö geht er nix an! Schau lieber, wie heunt dö Stern funkeln und 's Mondschein leucht. Bin hizt durch'n Wald hergfahrn, im Gezweig habn dö Johanneskäferln ihr Gspiel triebn und über der stillen Nacht is der ganze Himmel voll Lichter glegn. Und wann ma so hinaufschaut, wie's leucht und funkelt über der weiten Welt, da is ein, als ziehet's ein d' Seel aus der Brust und reichet dö weit über d' Erd in sternlichten Himmel h'nein.
Grillhofer. O jo—wohl—wohl—wonn mer holt no a freie Seel hat!
Liesel (ermutigter). No geh, Bauer, tu net so verzagt, dö deine wird a no keiner am Strickl führn; laß dir hizt von meiner Mahm verzähln, daß d' auf andere Gedanken kimmst!—Denk dir, dö Mahm leidt's net, daß d' dein Hof weggibst!
Grillhofer (erstaunt). Dein Mahm, dö alte Horlacherin, leidt's net? Dös is bsunders! (Steht auf.)
Liesel. Gelt ja!
Grillhofer. Dö leidt's net! No möcht ich doch wissen…