Die Männer schüttelten sich die Hände, Hiesl hieb in die Pferde und der Wagen fuhr davon.
Als vom Turme das Abendgeläute verklungen war, ging der Bauer mit den beiden Mädchen gegen das Wohnhaus, in dem Flur standen zwei Türen offen, aus der einen schlug das Geprassel und der helle Schein des Herdfeuers, aus der andern tönte vielstimmiges Gemurmel, die erste führte in die Küche, wo ein paar Dirnen hantierten, die zweite in die Gesindestube, wo Knechte und Mägde an einem langen Tische saßen und auf das Abendessen warteten. Burgerl faßte Magdalene an der Hand und stieg mit ihr die Treppe hinan, der Bauer trat in die Gesindestube, hatte für jeden und jede, je nachdem der verflossene Tag Anlaß bot, eine Vermahnung, eine Frage oder ein gutmütiges Witzwort, er wartete, bis die dampfenden Schüsseln aufgetragen wurden, dann betete er laut vor und ging, nachdem er ein „Bekomm’s euch“ und „Gute Nacht“ geboten und empfangen.
Er ging nach seiner Stube, die im Stockwerke lag; dieselbe enthielt außer einigem altertümlichen Geräte, darunter ein paar Eichenschränke mit kunstvoller Schnitzerei, auch etliche neue Stücke, die sonst nicht in Bauernstuben in Gebrauch stehen, besonders der große Schlafdiwan nahm sich etwas fremd daselbst aus. Der runde Tisch, um welchen die kleine Burgerl und Magdalena saßen, war mit feiner Tischwäsche belegt.
Die verstorbene Bäuerin mochte ihre Mahlzeiten nicht unter den Augen des Gesindes halten, nur an besonders hohen Festtagen machte sie eine Ausnahme, saß mit demselben an einem Tische und zeigte sich als freigebige Wirtin, dann ging es aber auch hoch her und wurde festlich getafelt; sonst saß sie die erste Zeit allein mit ihrem Manne, dann zu dreien, als die kleine Burgerl hinzukam, so war es bis zu ihrem Tode, vor etwa fünf Jahren, gehalten worden, dann nahm der Bauer mit seinem Kinde den Platz obenan am Gesindetische ein, nur für kurze Zeit, denn bald veranlaßte ihn die Krankheit, welche die Kleine befiel, letztere den Leuten aus dem Gesichte zu rücken und allein mit ihr wieder auf seiner Stube zu bleiben.
Als er sich zu den beiden Mädchen an den Tisch gesetzt hatte, trug eine alte Magd das Essen auf.
„Sepherl,“ sagte der Bauer.
„Jo,“ sagte die Alte.
„Da hab’n wir ein’ neue Dirn’ ’kriegt.“
„So?“
„Leni heißt’s.“