„Ei, weiß ich’s, wohin mich der Zufall bringt und meine Füße tragen? Behüt euch Gott!“
Fort war er. Die Müllerin blickte, wie Rat und Trost suchend, nach ihrem Manne, aber der stand selbst wie verloren da.
„Es ist ein Elend mit dem Jungen,“ sagte er, „aber es wird sich wohl geben, er treibt es mit zuviel Hast und Übernehmen, da muß er es bald müde werden und klein beigeben.“
„Meinst du?“
„Ei freilich.“
Florian ging durch das Tannenwäldchen, die Sonne stieg eben herauf, jenseits aber, als er über die Wiese herunterkam, lag der Reindorferhof noch in Morgendämmer. Der Knecht stand vor dem Tore, eine Magd kam herzugelaufen, da nahm er die Pfeife aus dem Mund und unterließ es Feuer zu schlagen, er schickte sich gerade an, der voraneilenden Dirne langsam nachzufolgen, als Florian ihn anrief: „Nun, was ist’s mit der Bäuerin?“
Der Knecht wies im Gehen mit der Pfeife nach dem Hofe. „Sie stirbt eben,“ sagte er leise.
„Schau einmal.“ Gleichzeitig ging Florian der Straße nach weiter. Gestern wäre ihm vielleicht eingefallen, daß die Sterbende Magdalenens Mutter war, aber heute „überkam es ihn nicht“. Rein war der Himmel, und die Sonne wird bald ganz heroben sein und es diesmal redlich warm meinen. Wer, der in frischer Jugendkraft dem sonnigsten Tage entgegengeht, wird auch an das Sterben und an den Tod denken?
Das kommt, da hat es noch lang hin!
Er schritt rüstig aus, es war kein kleines Stück Weg nach Zirbendorf.