„Zu der Everl,“ kicherte die Wirtin.
Der Leutenberger tat einen verwunderten Blick nach ihr, der besagen sollte, wie kommst du dazu, ein Wort darein zu geben, wo zwei solche, wie ich und der, miteinander reden, weiter aber nahm er die Bemerkung nicht übel und fuhr, zu dem Müllerssohne gewendet, fort: „Morgen wollen wir aneinander, du triffst mich hier von früh ab, außer“ — er zwinkerte wieder mit den Augen, — „du hättest so wenig Zeit, daß du heute noch in aller Eil’ heim müßtest!“
Er begleitete diese Worte mit einem freundlichen Händedruck, der den ganzen Arm hinauf schmerzte, aber Florian gab ihn ebenso ehrlich gemeint zurück und hatte die Genugtuung, daß der Leutenberger ihm etwas befremdet nach der Hand sah, dann verzog derselbe das Gesicht zum Lachen und sagte: „Du kommst schon. Gute Nacht miteinander!“
Er war kaum gegangen, da rief es von mehreren Tischen Florian zu: „Wirst einen schweren Stand haben!“
Der Bursche richtete sich hoch auf. „Wen bekümmert’s, was ich für einen Stand haben werd’? Wer von euch hat da überhaupt ein Wort dareinzureden? Tut ihr vielleicht ihm vorhinein so bedauerlich, um mich fürchten zu machen? Gegen den Urban habt ihr euch nicht einmal zu lachen getraut, wo es doch zum Lachen war, müßt nicht meinen, ihr könntet euch vielleicht jetzt gegen mich etwas herausnehmen, das laßt bleiben, sonst zeig’ ich euch gleich eines von meinen Stückeln; es darf mir nur einfallen, daß ihr mir nicht schön genug dasitzet, so räum’ ich euch alle hinaus bis auf den letzten!“
Er wartete eine kleine Weile ab, da aber keiner der Anwesenden sich rührte, vielleicht aus Besorgnis in einer anderen Stellung minder schön dazusitzen, so zahlte er und ging.
„Hihi,“ kicherte die Wirtin, „die haben alle zwei morgen einen schweren Stand.“
„Ich vergönn’ einem jeden Schläge, so viel auf ihm Platz haben,“ sagte ein buckliger, verkrüppelter Tagwerker.
Als Florian aus der Schenke getreten war, sah er den Leutenberger auf der Straße, die zu dem Dorfe hinaus führte, dahingehen. Er beschloß, ihm Zeitvertreibes halber zu folgen, und ging nun immer eine Strecke hinter ihm her.
„Das war dumm,“ sagte er, als er nach einer geraumen Weile sich umblickte und das Dorf weit hinter sich liegen sah. „Der wird wohl wissen, wo er bleibt, aber ich kann jetzt die Nacht auf offenem Felde zubringen.“ Da aber das Umkehren nunmehr auch zwecklos schien, so setzte er seinen Weg fort und behielt den Voranschreitenden im Auge.