„Also darauf besinnt Er sich,“ fragte hastig der Notar, „das ist Seine Willensmeinung?“

„Ja freilich, das ist schon so meine Willensmeinung.“

„Da ist allerhöchste Zeit, Hochwürden“ — der kleine Doktor stürzte nach dem Tischchen, wo die Schriften lagen —, „in ein paar Minuten kann der Mann nicht mehr bei sich sein, und dann ließe sich nichts machen; ich bitte nur um noch einen Zeugen, um einen dritten Zeugen.“

Der Pfarrer eilte zur Türe. „Barthel,“ rief er hinaus, „laufe nach dem Anrainer[5] Kleehuber, er möchte gleich kommen, er soll nur alles liegen und stehen lassen!“

Der Knecht rannte fort.

„Hochwürden haben gehört, daß er auch an dem Gedanken festhält, den Florian auf seinen Namen zu schreiben; wie ich schon die Ehre hatte auseinanderzusetzen, so ist das vergangenes Jahr an der Bockbeinigkeit von Vater und Sohn gescheitert und läßt sich jetzt nicht mehr ins Werk richten, es ist das ein Geschäftsgang, der gesunde Leute erfordert.“

„Die noch ein langes Leben vor sich haben, Herr Doktor?“

„Es ist auch nicht anders, Hochwürden. Unter den gegebenen Umständen ist es unmöglich und halte ich es auch für ganz nebensächlich. Eine Aufklärung darüber verstünde der Alte nimmer und sie würde ihn nur ganz verwirren. Die Schriften habe ich, Gott sei Dank, vom vorigen Jahre her fix und fertig liegen gehabt und daher nur von der Adoption Umgang genommen und an die Stelle derselben in der letztwilligen Verfügung ein Bekenntnis der Vaterschaft treten lassen, das zwar keine Rechtsfolge hat, aber, ich denke, wir begnügen uns diesfalls mit der moralischen. In dieser Form werde ich auch das Testament vorlesen und zur Unterschrift unterbreiten; mein Schreibzeug führe ich mit mir,“ — der Notar stieß zum Beweise dessen ein kleines, eiförmiges Tintenfaß mit dem eisernen Dorne in die Tischplatte, — „so haben wir auch einerlei Tinte bei der Fertigung der Dokumente, wenn uns nur der Müller noch die paar Minuten aushält.“

„Ich hoffe, das wird er wohl,“ sagte der Seelsorger. „Nun, Herlinger, wie ist Ihm denn?“

„Gut, recht gut.“