Und näher zu ihm tretend, sagte er, damit der Sterbende an dem Gedanken festhalte: „Nun werden wir halt den Florian an die Mühle schreiben.“

„Ja an die Mühle schreiben und auf meinen Namen, die Kathrin’ wird eine Freude haben, es ist ja unser Kind.“

Da öffnete sich die Türe und mit dem zurückkehrenden Knechte stürzte der Anrainer Kleehuber herein. Der Mann sah wie verwildert aus, die Haare hingen ihm in das Gesicht, seine Hände waren mit Lehm beschmiert und er wischte beständig mit der blauen Schürze an ihnen, um sie rein zu bekommen, denn früher schien ihm doch nicht geraten, sich damit über die Stirne zu streichen.

„Da bin ich, Hochwürden, da bin ich,“ sagte er atemlos, „sauber bin ich hergelaufen, der Barthel hat mich auf dem Erdäpfelacker getroffen, und weil er gesagt hat, es müßt’ gleich sein, so bin ich halt mit, wie ich auch ausschau’, nichts für ungut.“

„Das ist schon recht, Kleehuber,“ sagte der Seelsorger, „und so hab’ ich es auch gemeint, wie Er aussieht, das hat nichts zur Sache, wir brauchen eben schnell noch einen Zeugen, der Müller will seinen letzten Willen angeben.“

„So, so, nun, das freut mich, da bin ich schon gern dabei,“ sagte der Kleehuber, „der Barthel hat mir schon gesagt, er müßt’ auch seinen Namen dazu hergeben, aber, Hochwürden, ich bitt’, wer ist denn hernach der dritte Zeuge, der mit uns schreiben soll?“

„Der bin ich!“

„Nein, Hochwürden, das geht nicht, da mach’ ich mich doch lieber sauber, ich bin gleich wieder da, nur meinen Sonntagsrock zieh’ ich an, was würden die Leute sagen, wenn ich mich so, wie ich da bin, Euer Hochwürden nebenan schreiben täte, und die Herren vom Gericht erst, wenn sie es lesen?!“

Der Notar, der bisher dem Müller zugesprochen hatte, kehrte sich rasch gegen Kleehuber und fuhr den „ersuchten Herrn Zeugen“ an: „Wird Er dableiben! Sei Er doch nicht gar so dumm, Seinem Hühnergekratze kann doch niemand ansehen, ob Er es im Sonntagsrock oder in Hemdärmeln hingekleckst! — Den Müller Herlinger kennt Er?“

„Aber freilich, Herr Doktor, da liegt er ja.“