„Aber, Ehnl, warum denn?“
„So g’scheit wirst wohl sein, Kaspar, und ’s Einsehn hab’n, daß d’ Leni, wie d’ Sachen hitzt stehen, nimmer mit dir unter Ein’m Dach verbleiben kann, hitzt wär’s wohl nit schicksam.“
„’s selb’ is richtig und für d’ Gastfreundschaft, dö d’ ihr und mein’ Kind erweisen willst, sag’ ich dir tausend Dank; aber wozu die Eil’? Bleibt doch zun Mittag!“
„Die Eil’ hat zwei Gründ’ und noch a paar andre, die ich aber bei mir b’halt’, weil’s nit von G’wicht sein. Erstens, bin ich dir unversehens ins Haus g’fall’n, du hast nit auf mich antragen können und du weißt, ’s Essen is mein’ schwache Seiten, und damit triff ich’s heut wohl besser daheim, als bei dir, und d’ Leni mag’s auch zufrieden sein, daß s’ als Dirn’ nimmer an dein’ Tisch z’sitzen kommt, sondern erst als Bäu’rin. Zweitens, wird sich’s wie a Lauffeuer da am Hof und übers ganze Ort verbreiten, daß ihr euch endlich doch z’samm’g’funden habt. Dich braucht ’s nit z’ irren, aber d’ Leni hätt’ ich gern von da weg, eh’ ’s g’fahrlich wird, und ersparet ihr neidische G’sichter, dumme Neckereien und heuchlerisch’ Glückwünschen. Drum treib’ ich fort und soweit wär’n wir auch alle bereit, ’s hat nur noch d’ Burgerl ihr Binkerl zu schnüren, der Leni bleibt d’ Arbeit erspart.“
„Gar nit,“ sagte Burgerl, „denn sie ließ mehr wie d’ Halbscheid z’ruck.“
Kaspar betrachtete das leichte Bündel und sah lächelnd und kopfschüttelnd nach Leni. „Mein Seel’, da drein nähm’ s’ nit mehr mit, als s’ af’n Hof ’bracht hat.“
„Ei, so bind’s auf und wieder zu und schaut, daß bald alles g’rechtelt is. Ich laß einspannen!“ Damit lief der Alte zur Tür hinaus und polterte die Treppe hinunter.
Im Hofe sah er seinen Knecht an der Deichsel des unbespannten Wagens lehnen und mit der alten Sepherl plaudern.
„Hiesl,“ schrie er ihn an.
„Jo, Bauer.“