Das Kind lief auf seine Lieben zu, umklammerte beide mit seinen Ärmchen und drückte sie hart gegeneinander.
Kaspar legte die eine Hand auf den dunklen Krauskopf. „Bist da, Burgerl? Freilich, du mußt dabei sein, du g’hörst ja zu uns.“
Laue Luft fächelte zum Fenster herein, helles Sonnenlicht durchgleißte die Stube, durch den Hausflur drang es die gewundenen Treppen hinan und webte ein sattes, freundliches Halbdunkel.
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Nicht ein Leben aus Einem Stück galt es! Was noch traut anheimelnd vom zernichteten Jugendtraume nachwirkte, der den Gespielen zum Gefährten verhieß, das zerstiebte vor der Macht, die hier zwei getrennte Lose zum Aufbau gemeinsamer Zukunft einte, und nimmer in dämmernder Mondnacht, im heißen Tagesglanze lag die Welt; kein Eigen, müh’los zu teilen, großmütig an andere zu schenken! Nur mit offenen Augen und rührigen Händen erringen wir unser Teil an ihr und machen nur andere an ihre Stelle rücken, die es da anfassen, wo wir es gelassen, die müssen, wie wir gemußt haben, da einmal jede Kraft, die wir in uns verspüren, sich zu betätigen drängt.
— ’s is nix Geschenktes, ’s liebe Leben, mein Haserl! —
Die Hand des Weibes fand sich zu der des Mannes, die auf dem Haupte des Kindes ruhte.
Mag das Leben nur ein großer Werktag sein, so ist doch klüger, frohgemut das Unsre tun, bis Feierabend wird, als mürrisch und verdrossen wirken bis ans Ende. Hat dieser Tag doch eine Stunde, die aller Unbill und jedes Mühsals uneingedenk macht, die Stunde, wo man in eine liebe Hand einschlägt, die sich einem in Treuen darreicht: Schaffen wir miteinander!
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Der Bauer vom Hof auf der weiten Hald’ räusperte sich. „Wann ihr lang’ g’nug werd’t so g’standen haben, so tut mer’s sagen. Nit, daß mir just d’Zeit dabei lang wurd’ — euch ja auch nit —, und ich versteh wohl, wo’s Zusammenfinden so lang g’braucht und so schwere Müh’ kost’t hat, da kann mer auch nit so g’schwind und so leicht loslassen, und ’s wär’ mir auch nit unlieb’, wenn ihr euch jetzt zum voraus davon nehmen tätet, was so auf a paar Wochen Alleinsein zureicht! Ja, Kaspar, schau nur! Wirst mir freilich bös’ sein, aber dö zwei Dirndl führ’ ich dir doch vom Fleck weg af mein’ Hof. Wann der Hiesl ausg’strängt hat, muß er gleich wieder einspannen.“