„Sie kimmt aber wieder z’ruck.“

„Z’ruck kommt’s wieder?“

„Ja, als Bäu’rin af’m Hof da.“

„Was sagst?“

„Als Bäu’rin, sag’ ich. Hörst schon schlecht, alte Guckahnl?“

„Jesses!“

„Soll sein’ Seg’n dazu geb’n, — meinst? Ich weiß’s eh’.“ Er kehrte sich ab, trat in den Garten und überließ es der Alten und dem Knechte, sich in ihrer Weise zu wundern; auf und nieder schreitend, tat er es in der seinen. Er gedachte des Tages, an dem er sein Kind hierher verheiratete, der Jahre, die er es als junges Weib hier schaffen und schalten sah, und als wär’s heut, entsann’ er sich, wie er durch den Torbogen mit der Dirn’ einfuhr, die nun auf die Wirtschaft zu sitzen und zu hausen kommt, die sie nie mit keinem Aug’ gesehen, hätt’ er sie nicht zum Kommen beredet und auf seinem Gefährt’ zur Stelle geschafft, just, als wär’ ihm bestimmt, den Grasbodenhof mit Bäuerinnen zu versorgen.

Indes saß Kaspar oben im Dachstübchen rittlings auf einem Stuhle und sah zu, wie sie die Laden räumten und sich die Sachen zurechtlegten. Er verfolgte jede Bewegung Magdalenens, und so lieblich und ehrheischig zugleich vom Ansehen und im Gehaben wußt’ er keine wie dieselbe, die seine Bäu’rin sollt’ werden! Weder er, in seiner Herzfreudigkeit, noch sie, in ihrer frohen Geschäftigkeit, gedachten der Trennung über Hals und Kopf; sie schickten sich nur um ein paar Stunden früher in das, was sie mußten, und beachteten allein, für wie kleine Weit’ und kurze Zeit das wär’!

Oft sah Magdalene unter dem Herumkramen zu Kaspar auf und wenn sich die Blicke begegneten, so lag in jedem etwas so wundernd Freudiges, das die beiden Leute unwillkürlich lächeln machte. Über zwei Gegenstände, welche da zur Hand lagen, verständigten sie sich ohne Worte. Als Leni die Korallenschnur vorwies, lächelte sie dabei schalkhaft und er spielte den Verlegenen und sah davor zur Seite, und als sie den Sonntagsspenzer aufgriff, der Anlaß zu allem Gered’ und freilich auch zu dem heutigen Entscheid gab, da lachte Kaspar und winkte ihm freundlich grüßend mit der Hand zu, während sie sich zornig stellte, die Brauen zusammenzog und das feine Stück ein paarmal schüttelte, eh’ sie es — sorgsam zu den anderen legte.

Und wenn sie eine Weile über nur dem, was sie unter Händen hatte, zugewendet blieb und es dem Kaspar dünkte, sie hätt’ ihm schon zu lang’ kein liebes Aug’ gegönnt, da rief er sie an: „Lenerl!“