Dann sah sie auf und sagte: „Ja, Kaspar!“
Und wenn sie meinte, er hab’ ihr schon zu lang’ kein freundlich Wort gegeben, da rief sie: „Kaspar!“
Und er antwortete: „Ja, Lenerl!“
Darüber trug es sich zu, als Madalen’ das viel umfangreichere Bündel zuschnürte, daß Burgerl noch neben dem ihren kauerte, an dem erst zwei Zipfel des Einbindtuches verknotet waren, während sie den dritten in der geballten Hand und den vierten krampfhaft zwischen den Zähnen hielt. Als jetzt der Großvater vom Flur heraufschrie: „Seid’s fertig? Wir wär’n ’s!“ da schlang sie schnell den Knoten, raffte das Bündel auf und rannte zur Türe hinaus.
Leni warf sich das Bündel über den Rücken.
„Aber laß doch —,“ sagte Kaspar, indem er auf sie zutrat, um es ihr abzunehmen.
Sie wehrte ab. „Heut bin ich noch Dirn’ und du der Herr,“ damit schritt sie voran.
Der Bauer wußte es nicht zu sagen und suchte auch keine Erklärung dafür, warum er sich scheute, an das Mädchen zu rühren und ihm das Bündel abzuringen, wobei er doch nur viel Spaß und wenig Mühe gehabt hätte. Er folgte ihr ernst und gemessen nach.
Im Hausflur wartete die alte Sepherl und raunte Leni zu: „Gratulier’ dir auch schön! Und, gelt nein, mein Reden, das der Dirn’ vermeint war, wird mer doch d’ Bäu’rin nit nachtrag’n? Gelt nein?“
„G’wiß nit, Sepherl, hast’s ja auch nit schlecht gemeint.“