Die Bäuerin lächelte wehmütig.
„Ja so.“ Der Bauer nickte einverständlich, dann aber wiegte er nachdenklich den Kopf: Sonderbar, es widersinnt mir nit, daß mer ihm Posten zutragt, und er liegt dort drüben, wie aus der Welt, gleich, er dürft’ weder gelebt haben, noch gestorben sein.
Unklar, aber desto mächtiger — wie alles, was nicht in Worten auszusagen ist, den Mann aus dem Volke erfaßt, — durchschauerte ihn der Gedanke an einen Zusammenhang alles Lebendigen und Toten.
Er stand hochaufgerichtet, so daß das gar kleine Weiblein, das das Kind mittlerweile „gewickelt“ hatte, ihm dasselbe ordentlich hinausreichen mußte.
Er trug es ans Bett.
„Da is er, da hab’n wir’n. Nun zählt einer mehr auf der Welt.“
„Und g’weisten Wegs is er auf dieselbe gekommen,“ lächelte Leni. „Kein’m z’ Leid, all’n z’ Freud’.“
Daß er auch so sein Leben führen möchte, das wünschte die junge Mutter, doch dazu müßte einer schier ein Heiliger werden und einen solchen getraute sie sich wohl nicht zu ziehen, aber wenn sie einen guten Menschen aus ihm macht, aus dem kleinen Joseph, den sie da zum ersten in ihren Armen hält, einen so guten etwa, wie der Joseph war, den sie zum letzten in ihren Armen gehalten, dann wird sie doch mit der Welt auf gleich gekommen sein, als Mutter das Unrecht ihrer eigenen gesühnt haben und — gelt ’s ja — dann hat er sich wohl selber ausgetilgt, der Schandfleck?!
Auf Kriegspapier gedruckt.