Und sie gingen über die Felder.
Wie immer hatte Josepha das Wort zu führen; heute aber machte sich das leicht, da sie nur über das ungeheuere Glück, das ihr widerfuhr, gewaltig stolz zu tun brauchte — das tat sie auch ganz ungeheuchelt —, um wieder bei Leopold den Stolz zu erwecken, ein Bursche zu sein, der „Eine“ so unerhört glücklich machen könne.
Beim Abschiede fügte Josepha die vielleicht weniger aufrichtig gemeinte Versicherung hinzu: „Wenn ich dich hätte nicht kriegen sollen, glaub mir, ins Wasser wäre ich gegangen!“
Es war immerhin ein hübscher Schlußsatz.
Leopold lachte verlegen und zugleich begütigend, auch viel Vernünftigere wissen auf solche Reden nichts zu sagen. In dieser Bedrängnis faßte er einen großen Entschluß, er zog die Dirne an sich und — ihre Lippen suchten sehr geschickt die seinen.
Er machte sich los; er war ganz rot geworden, murmelte „gute Nacht“ und schlich davon.
Die Dirne sah ihm nach. Tat er ihr leid, oder sollte sie lachen? Sie wußte es selbst nicht.
Der junge Reindorfer aber schritt bald rüstiger aus. Auf dem Wege versuchte er sogar den Gefühlen, die ihn bestürmten, durch Vierzeilige Luft zu machen, diese besaßen zwar keinen ethischen Gehalt, aber auch der andere ließe sich nicht gut mitteilen.
Je näher er aber dem väterlichen Gehöfte kam, desto kleinlauter wurde er, schweigend betrat er dasselbe, schweigend nahm er an dem gemeinsamen Abendbrote teil, und als der alte Reindorfer vom Tische aufstand, um vor dem Schlafengehen den gewohnten Rundgang durch Hof, Scheuer und Garten anzutreten, ging er hinter ihm her.
Als der Alte das merkte, blieb er stehen.