Auch Magdalene hatte die Arbeit wieder aufgenommen. — Wie rechtschaffen und grundgut es doch der Vater mit ihr meinte! Läßt sich denn denken, daß jemals ein fremder Mensch es auch so mit ihr meinen werde? Und was würde sie dann wohl diesem zuliebe tun?

7.

Wenn man einen kleinen Anstieg nicht scheut, so kann man auf kürzerem Wege über die Hügel vom Wasser-Graben in den mitteren gelangen und umgekehrt. Querauf über die Wiese läuft ein schmaler Pfad, verliert sich oben im Busch und Tann und führt auf der andern Seite wieder über eine Wiese ab.

Manchen Sonntag geleitete die Reindorfer Leni die Kleehuber Franzl diesen Steig hinan bis zum Saume des Wäldchens, wo sie sich von ihr verabschiedete und diese ihren Weg nach dem Wasser-Graben allein fortsetzte. Leni ließ sich dann im Schatten der Bäume nieder, sah von der Höhe auf das elterliche Gehöft herab und war in Rufweite von demselben, falls man ihrer bedurfte.

So waren auch an einem Sonntagnachmittag die beiden Mädchen schäkernd und lachend den Hügel hinangestiegen; die Franzl wußte immer zu reden und hatte immer zu lachen, wenn es auch über nichts war.

„Was guckst du denn immer hinter dich?“ fragte Magdalena.

„Weil uns ein Bub’ nachsteigt,“ war die lachende Antwort.

„Entweder es ist nicht wahr und du möchtest mich gerne auslachen, wenn ich den Kopf drehe, oder es ist wahr, dann schau auch du nicht zurück, wer weiß, was sich so einer gleich einbilden könnt’!“

„Mag er sich einbilden, was er will, ich weiß, bis Fasching, wo man heiratet, ist noch lang hin. Ich heirat’ aber auch im Fasching nicht, ich warte bis nach Christi Himmelfahrt.“

„Da darf freilich unser Herrgott nicht herunten auf der Welt dabei sein, wenn du heiraten wirst, du Unend’, du!“