Ludwig blickte eine Weile sinnend vor sich hin, als wolle er sich die Sache überlegen, dann sprach er: Wirklich? Ihr schafft die Summe? Ach, da thut es mir in der That recht leid, daß ich nicht im Stande bin, euren so billigen Wunsch erfüllen zu können.

Warum nicht?

Weil ich nicht mehr im Besitz jenes seltenen Vogels bin.

Um des Himmels Willen, was muß ich hören! fuhr der Graf erschrocken auf. Wurde er dir entrissen? Gabst du ihn hin? An wen gabst du ihn und wie theuer?

Nie würde ich so unwürdig handeln, dieses werthvolle Familienstück zu verkaufen, Vetter! Das denkst du gewiß nicht von mir!

Nun denn, wo kam der Falke sonst hin? fragte der Erbherr in ungeduldiger Spannung.

Ich habe ihn verschenkt, war Ludwig’s ruhige Antwort.

Verschenkt! Hör’ ich recht, verschenkt! schrie Jener außer sich. Ich bitte dich, Ludwig! Wußtest du, was du thatest?

Ich wußte, was ich that, mein lieber Vetter, ich war bei vollem Bewußtsein; mit der einzigen Bedingung, den Falken nie wieder aus den Händen zu geben, schenkte ich den armen Vogel einer vornehmen und sehr reichen Dame, die ich liebe.

Der Reichsgraf stieß sein Champagnerglas so heftig auf den Tisch, daß es klirrend zersplitterte.