Als der Reiter von Weitem diese Frau erblickte, setzte er sein Pferd in kurzen Galopp, hielt es in ihrer Nähe an, stieg rasch ab und eilte in ihre Umarmung, die sehr zärtlich, aber zugleich sehr kurz war.

Willkommen, Windt! Gott sei Dank, daß du da bist, Windt!

Ja wohl, Gott sei Dank, liebe Jule! antwortete der redliche und unermüdliche Haushofmeister. Das war einmal wieder eine Reise; Haut und Haar und zuletzt den Kopf muß man daran setzen. Wie geht es hier?

Nicht besser als vorher auch; nichts als Nachrichten vom Krieg. Ach Gott, wie lange wird es dauern, so haben wir ihn auch hier, und das ganze Schloß voll Einquartierung.

Gut, sehr gut, Jule, wenn du dich auf solche schon gefaßt gemacht hast; es kommt noch heute Einquartierung in das Schloß.

Was? Mann? Spaß oder Ernst? Das wäre mir!

Ob es dir wäre oder nicht wäre, recht oder unrecht wäre, Jule, das gilt all’ gleich! Der jüngste der gräflichen Herren Enkel kommt, dem wirst du doch das Schloßthor nicht zusperren wollen, Jule? War ja immer dein Liebling, hast ihn auf deinen Händen getragen. Nun bringt er einen Freund mit und dessen junge Frau mit einem Kinde, und seinen Diener, nun was ist es weiter? Raum im Schlosse haben wir, zu essen und zu trinken wird es ja wohl auch noch in Doorwerth geben, und du bist doch niemals glücklicher, Jule, als wenn du alle Hände voll zu schaffen und für recht viele Mäuler zu sorgen hast.

Mein junger gnädiger Herr kommt, Graf Ludwig Carl? rief Frau Windt in höchster Freude. Nun das ist ja ein Weltwunder! Ei, wo ist er denn? Wann kommt er denn? Woher kommt er denn? Wo war er denn? Wohin will er denn?

Ei so klappere, du alte Windmühle! lachte der Haushofmeister. Ich werde den Sack voll Neuigkeiten ja noch ausschütten, habe vorerst nur Geduld und laß mich erst ausschnaufen. Schaffe nur gleich eine gute Wein-Kaltschaale. Der Ritt hat mir warm gemacht.

Wenn ich eine Windmühle bin, antwortete die Frau: so weiß ich, daß ich einen Mühlstein am Halse habe auf dieser Erdenwelt, und der bist du.