Das war ein sehr unbequemes Tragen, die Bank auf den Schultern, und den Bart ins Rad verflochten, das zog. Der Riese ging nun in ein andres Zimmer voran und zeigte Hänschen die Kisten voll Gold. Indem schlug es zwölfe, und da verschwand er, und die Drehbank stand ohne Träger. Hänschen war es, als ob die Kisten auch Miene machten zu verschwinden, da rief er: „Halt, halt!“ und faßte sie und hielt sie fest, und zog sie hinüber in sein Zimmer, worauf er sich schlafen legte, wieder ohne Gruseln.

Am andern Morgen kam der König und fragte: „Nun, diese Nacht war dir’s doch ganz gewiß recht gruselig?“

„Wieso denn, Herr König?“ fragte Hänschen. „Ich habe eine Kiste voll Gold geschenkt bekommen, auch eine für Euch und eine für die Armen. Muß es einem gruselig werden, wenn man Gold geschenkt bekommt?“

„Du hast Großes vollbracht!“ sprach der König. „Durch deine Furchtlosigkeit hast du das Schloß von den Poltergeistern befreit, und den verzauberten Schatz an das Licht gezwungen. Du sollst auch deinen Lohn haben und meine Tochter heiraten!“

„Obligiert, Herr König!“ sagte Hänschen, „es ist aber doch schade, daß ich heiraten soll und bin noch so dumm, daß ich noch nicht das Gruseln gelernt habe.“ —

„O, mein lieber Sohn und Schwiegersohn!“ erwiderte der König. „Heirate du nur, da wird sich alles finden. Es hat schon mancher das auch nicht gekonnt und hat geheiratet, und da ist er außerordentlich gruselig geworden, und hat die Gänsehaut nicht wieder loswerden können.“

„Selbige Hoffnung freut mich, Herr König!“ rief Hänschen vergnügt aus.

Bald war herrliche Hochzeit, Hänschen war sehr glücklich, sehr reich und hatte eine wunderschöne Frau, doch sagte er: „Weiß nicht, wie lange es noch dauern soll, bis ich’s Gruseln lerne.“

„Nun warte, Hänschen! Dich soll es doch noch gruseln,“ sprach zu sich selbst die junge Königin, Hänschens Gemahlin, ließ einen Eimer Wasser mit kleinen Gründlingen und Ellritzen herbeischaffen, und da Hänschen schlief, nahm sie ihm die Bettdecke weg und schüttete den Eimer voll Wasser und Fischlein über Hänschen her. „Brrrr!“ fuhr er auf und schnapperte vor Kälte. „Mir träumte, ich wäre in den Fischteich gefallen. — Brrrr! Es gruselt mich, es gruselt mich! Hab’ eine Gänsehaut, wie ein Reibeisen! Siehst du, liebe Frau? Endlich nun — nun kann ich das Gruseln, nun kann ich das Gruseln.“ —