„Der Schulz, der mueß der Erschte sei,
Denn ehm gebiehrt die Ehr allei.“
Schulz Allgäuer faßte sich ein Herz und sprach mutig, da es nun einmal in die unvermeidliche Gefahr ging:
„So zieht denn herzhaft in de Streit,
Dohran erkennt mer tapfre Leut.“
Und so ging es in Gottes Namen und im Sturmschritt auf das Ungeheuer los, und als dem Schulzen das Herz pfupferte, konnte er sich seiner Angst nicht erwehren und schrie: „Hau, huelhau! Hau, hauhau!“ Da erschrak der Has und gab spornstreichs Fersengeld querfeldein, und lief, was er laufen konnte. Jetzt rief Schulz Allgäuer freudiglich:
„Potz Veitle, luag, luag, was ischt das?
Es Ohngeheuer ischt noh e Has!“
„Hoschts gsehe? Hoschts gsehe?“ fragten sich nun die andern untereinander. „Hotz Blitz! E Ding wie ne Kalb!“ rief der Blitzschwab. Der Nestelschwab tat seinen größten Fluch: „Mit Verlaub! Daß dih es Meusle beiß’! E Tier wie ne Mastochs!“ „Oho!“ rief der Knöpflesschwab: „En Elefand ischt noh e Katz gege des Ohntier.“ „Bygott!“ erwiderte der Allgäuer, „wenn des koa Has gweh ischt, noh woiß i de Dreimänner Wei vom Rachebutzer net z’ unterschaide!“
„Noh, Noh!“ vermittelte der Seehas: „Has her! Has hen! E Seehas ischt halt greßer und gremmiger, als älle Hase im heiliche remische Reich.“ „Wie der Seewei seurer und herber als älle Wei im heiliche remische Reich,“ sagte hinten der Gehlfüßler, und über diese Anzüglichkeit hätte ihm der Seehas fast ein paar Watscheln gegeben, denn es kränkte ihn schwer, daß der Veitle über den Seewein spottete, der ihm von Kindesbeinen an geschmeckt. Mit den Seeweinen verhält es sich aber also: es gibt ihrer drei Arten, zum ersten der Sauerampfer, schmeckt nur ein weniges besser als Essig und verzieht das Maul nur ein bißchen, zumal wenn man sich daran gewöhnt hat. Die zweite Gattung ist Dreimännerwein geheißen, steht im Geschmack noch zehn Grad unter Essig und wurde so getauft, weil man behauptet, daß derjenige, so ihn zu trinken verurteilt, von zweien gehalten werden muß, während ihn ein dritter eingießt. Die dritte Sorte ist der Rachenputzer, hat die rühmliche Eigenschaft, daß er Schleim und alles andere abführt, tut aber dabei not, daß wer sich mit dem Wein im Leib schlafen legt, in der Nacht sich wecken lasse, damit er sich umkehren möge, sonst möchte ihm der Rachenputzer ein Loch in den Magen fressen.