»Aber eine Bedingung muß ich stellen.«
Ihre Hand befreiend, blickte sie zu ihm auf.
»Die Bedingung, daß Sie gute Nachbarschaft mit mir halten wollen. Und daß es mir vergönnt ist, ab und zu ein Stündchen bei Ihnen zu rasten und mich wohl zu fühlen — bei Ihren Blumen?«
»Daß ich Ihnen das verwehren könnte«, sagte sie lächelnd, »das haben Sie doch nicht im Ernst gemeint?«
»Nein! Aber Sie stehen, Fräulein, und ich bitte sehr, daß Sie sich durch mich nicht in Ihrer Arbeit stören lassen. Darf ich Ihnen ein wenig zusehen?«
»Gern. Ich fürchte nur, Sie werden dabei nicht viel zu sehen haben.« Sie nahm die Palette und ließ sich vor der Staffelei auf den kleinen Feldstuhl nieder.
Als er sie eine Weile schweigend beobachtet hatte, wie sie aufmerksam die Felswand mit den Quellen betrachtete und dann die kleinen weißen Lichter in den Goldglanz des fließenden Wassers setzte, sagte er: »Wissen Sie auch, Fräulein, daß Sie sich neulich vor mir verleugnet haben?«
»Ich? Verleugnet?«
»Doch! Denn Sie sind eine Künstlerin!«