»Ja, gelten S', jetzt können S' lachen? Aber da droben hat's schiech ausgschaut! Ich sag Ihnen, Fräuln, aufgschnauft hab ich, wie ich dös gottsliebe Lichtl von Ihrem Hüttl gsehen hab!«

»Siehst du, Lo!« fuhr Gustl in Erregung auf. »Siehst du, es hat geholfen! Ja, Pepperl, Lo hatte die Läden schon geschlossen und hat sie wieder aufgemacht, damit das Licht hinausleuchtet.«

»Fräulein?« fragte Ettingen. »Sie haben vermutet, daß wir kommen?«

»Ich hatte Ihren Schuß gehört.«

»Da müssen wir Ihnen doppelt dankbar sein!« Er nahm ihre Hand und sah ihr in die Augen. »Wie wohlgeborgen müssen sich die Ihrigen fühlen, da Ihre Sorge schon so warm für fremde Menschen redet!«

Sie erwiderte lächelnd: »Fremde Menschen? Menschen, die man in Gefahr weiß, stehen uns immer nah. Und Sie, Herr Fürst? Nach allem, was Sie mir von meinem Vater sagten? Sie sind kein Fremder für mich und die Meinen.« Aufatmend löste sie ihre Hand und ging zum Herd. »Haben Sie Erfolg auf der Jagd gehabt?«

Pepperl kicherte. »So, Duhrlaucht, jetzt können S' Ihnen sauber schenieren vor'm Fräuln! Auf fufzg Schritt is ihm der Gamsbock dagstanden. Und nobel hat er ihn gfehlt! So a Schütz, wie der Herr Fürst! An was S' da denkt haben, Duhrlaucht, dös weiß der heilige Peterl droben. Und der net gwiß!«

»Ja, Pepperl«, versicherte Ettingen mit herzlichem Lachen, »an Ihren Gemsbock hab ich nicht gedacht. Das stimmt!«

Der Tee duftete aus der Kanne, Lo brachte die in eine Serviette gehüllten Eier zum gedeckten Tisch, und das Mahl konnte beginnen. Da ergab sich eine Schwierigkeit: vier Tischgäste und nur zwei Sessel! Pepperl zog für sich die Truhe zum Tisch, und auf ihr saß er so tief, daß er gerade noch mit dem Kinn über die Tischplatte reichte. Lolo wollte den Platz auf ihrem Sessel mit dem Bruder teilen, aber Gustl holte sich zwei Holzscheite vom Herd, stellte das eine senkrecht, legte das andere quer darüber, und so hatte er den »schönsten Schaukelstuhl«, mit dem er freilich bei jeder leisen Bewegung umzukippen drohte. Die glückliche Lösung der Platznot leitete den Schmaus mit Heiterkeit ein, und während draußen der Regen prasselte, der Donner krachte und der Sturmwind rüttelnd um die Holzwände fuhr, wurde im Schutze des kleinen Daches mit Lachen geplaudert und gespeist.