»Heinz!«
Ettingen blickte auf, als könnte er dem Klang dieser Stimme nicht glauben. Da leuchtete ihm die Freude aus den Augen. »Goni! Du?« Er stieß den Bergstock in die Erde und streckte dem Freund die Hände entgegen. »Du? Wahrhaftig? Goni, die Freude, die ich habe! Sagen kann ich das nicht — aber sieh mich an, und du mußt es fühlen!«
»Ja, Heinz!« Tiefe Bewegung klang aus der Stimme des Grafen. »So deutlich wie in diesem Augenblick hab ich es noch nie empfunden, daß du mir gut bist!«
»Goni? Hast du je daran gezweifelt?«
»Nein. Aber wer Geld besitzt, will auch wissen, wieviel es wert ist, und freut sich der Stunde, die ihn zählen läßt. Solch eine Zählstunde war jetzt der Blick in deine Augen! Aber dich so sehen zu dürfen, das hat noch eine andere Freude für mich. Heinz? Was ist aus dir geworden?«
»Ein gesunder, froher Mensch. Das hab ich dem Wald zu danken. Und dir! Du warst es, der diesen herrlichen Fleck Erde für mich aussuchte. Und du weißt nicht, was du da alles für mich gefunden hast! Ich danke dir, Goni! Aber was machst du denn für Augen?« Lachend beugte Ettingen das Gesicht bis dicht vor die Nase des Freundes. »Ich bin es schon! Wirklich! Ja, ja, ja!«
»Daß du so gesund vor mir stehst, so sonnverbrannt, so lachend? Das allein ist es nicht! An dir ist was Neues. Wär ich dir so in der Stadt begegnet, ohne zu ahnen, daß du das bist, ich glaube, ich hätte dich auf den ersten Blick gar nicht erkannt. Wie ein ganz anderer stehst du da! Und der neue Heinz gefällt mir! Aus deinen Augen redet Leben und Wille zur Freude — nein, jetzt habe ich keine Sorge mehr um dich. Jetzt kann ich dir sagen, warum ich kam. Ich bringe dir eine Nachricht, Heinz! Denk dir — sie ist da!«
»Wer?«
»Aber Heinz! Errätst du denn nicht?«
»Nein! Wer ist da?«