»Ich seh es ein. Das sind wir seinem Namen schuldig. Aber — Ach, Lo! Wieder hinein in den alten Kampf und in die neue Sorge! Und es war so friedlich hier! Bei unserem Erinnern und bei seinen Blumen!«
Lo legte den Arm um den Hals der Mutter. »So wird es auch bleiben, immer! Wenn wir heimkehren, werden wir nur reicher sein um eine Freude.«
»Gott soll's geben!« Frau Petri seufzte; ihr Herz wurde nicht leichter. Sie hatte es verlernt, an die Hoffnung zu glauben. Als nach allem Kampf der früheren Jahre die Ruhe gekommen war, hatte sie diesen Frieden nicht recht genießen können, weil sie immer fürchten mußte: er wird nicht dauern. Hatte sie nicht recht gehabt mit dieser Furcht? Noch war die Trauer um ihren Mann nicht still geworden. Und da kam nun das wieder! Der hoffnungslose Schmerz ihres Kindes! Und was würde dann kommen? Was stand ihr noch alles bevor an Leid und Weh? »Ach, ja!« Die Hände fielen ihr schwer in den Schoß. »Wann willst du reisen?«
»Sobald der Bub wieder wohl ist. Und morgen will ich hinausreiten zum See, nur über die Nacht, um da draußen alles in Ordnung zu bringen für den Winter. Auch dürfen wir die Blumen in den heißen Sommerwochen nicht ohne Pflege lassen. Ich will den Sebener Senn ersuchen, daß er die Arbeit übernimmt.«
»Ja, das mußt du tun! Seine Blumen — das war sein letztes Wort — die dürfen nicht leiden.«
Nun schwiegen sie, als wäre alles zu Ende gesprochen.
»Noch eines, Mutter!« Lolos Wangen färbten sich. »Der Fürst —« Ihre Stimme schwankte bei diesem Wort. »Die Freude, die er uns brachte mit dieser Nachricht — das müssen wir ihm danken! Ich meine, wir sollten ihm eines von unseren Bildern schicken. Als Erinnerung an den Vater. Und an alles andere.« Ein mildes Lächeln verschönte ihren Mund. »Meinst du nicht auch?«
»Wenn du willst. Welches meinst du?«
Da rief die Magd in die Stube herein: »Ich bitt, der Gusterl gibt kei' Ruh nimmer: 's Fräuln soll kommen!«