»So?« Ettingen schien über den Entgang dieser Weidmannsfreude nicht sonderlich betrübt.
»Ja, denken S', wie ich gegen zehne vormittags beim Steigvermessen abikomm aufs Straßl, schau ich so zufällig zum Bach ummi. Was steht drunt? A Kapitalhirsch! Gar net kümmert hat er sich um uns. Und wer weiß, wie lang er noch ghalten hätt, wann's Malerfräuln net daher kommen wär.«
»Fräulein Petri?«
»Ja. Die is auf ihrem Hansi aussigritten zum Sebensee. Natürlich, da hat sich der Hirsch davongmacht. Aber ganz gmütlich is er angstiegen. Zwei-, dreimal hätt man ihn noch derwischen können mit der Kugel. Und d' Haar hätt ich mir schier ausgrissen, weil ich mir allweil hab denken müssen: Ja wenn nur der Herr Fürst da wär, um Gotteswillen, wenn nur der Herr Fürst da wär!«
»Ja, Herr Förster«, Ettingen lächelte, »ich weiß nicht, was ich drum gäbe, wenn ich bei Ihnen gewesen wäre.«
»Gelten S', ja? Aber morgen müssen S' abi auf den Hirsch! Der kommt wieder.«
»Nein, lieber Förster! Für morgen hab ich andere Pläne. Praxmaler!«
Pepperl, der zur Sennhütte hinuntergeschielt hatte, fuhr auf: »Ja, Herr Fürst?«
»Morgen machen wir einen Pirschgang zum Sebensee. Früh um drei Uhr. Dann sind wir draußen, bis die Sonne kommt.« Ettingen nickte dem Jäger zu und ging zum Fürstenhaus hinauf, in dessen Tür Graf Sternfeldt erschienen war.