»Ja, Fräuln! Und dös arme Weibl hat sich anders gsorgt! No, Gott sei Lob und Dank, weil S' nur da sind! D' Frau Mutter wird gleich kommen mit'm Wagerl, nimmer derlitten hat sie's daheim!« Eine schrillende Knabenstimme klang aus dem Wald. »Da! Hören S' Ihr Brüderl?«
Die kleine Kutsche erschien am Waldsaum und mußte halten, weil ihr die anderen Wagen den Weg verstellten.
»Lo! Lo!« gellte die Stimme Gustls. Und da kam er auch schon gerannt. Heute, mit seinem bandagierten Fuß, den er nur mit den Zehen aufsetzen konnte, ging's nicht so flink wie damals, als er von Innsbruck gekommen. Und Lo, als hätte sie sich in ihre Mutter verwandelt, rief in Sorge: »Bubi! Aber Bubi! Ich bitte dich, lauf nicht so!« Sie eilte auf ihn zu und fing ihn mit den Armen auf. Wortlos hielt sie ihn umschlungen; dann eilte sie der alten Frau entgegen. »Mutter! Mutter!«
Den kranken Fuß schonend, stand Gustl zwischen den niederen Fichten und zog mit einem Kompliment sein Hütl, als Ettingen auf ihn zutrat. »Guten Tag, Herr Fürst!«
»Grüß dich Gott, Bubi! Wie geht's mit dem Fuß?«
»Danke, Herr Fürst, ganz gut!«
Ettingen zog den Jungen an sich. »Hast du dich gesorgt um deine Lo?«
»Die Muttl, ach, Gott! Aber ich? Nein! Ich kenn doch unsere Lo und hab's auch der Muttl gleich gesagt: unsere Lo, die weiß sich schon zu helfen! Und dann war ich doch auch überzeugt, daß Sie bei ihr sind!«
»Wirklich?« Ettingen küßte ihn auf die glühende Wange. »Davon warst du überzeugt?«