Sie lauschten ihr, bis sie fern im Wald verstummte. Dann schritten sie weiter.
Als sie, schon nahe der Tillfußer Alm, die Lichtung erreichten, auf der die von Leutasch kommende Fahrstraße zum Jagdhaus hinaufbog, rasselten zwei Leiterwagen mit galoppierenden Pferden aus dem Wald heraus. Auf jedem Wagen saßen an die dreißig Männer, dichtgedrängt, mit Äxten, Feuerhaken und schweren Seilrollen.
»Heinz!« stammelte Lo. »Sie wissen es schon im Dorf. Ach, die Mutter! Und der Bub!« Tränen schossen ihr in die Augen.
Er drückte ihren Arm an seine Brust. »Sei ruhig, Lo! Die Sorge, die sie haben, wird sich in Freude lösen!«
Die Leute waren abgesprungen, weil die Wagen auf dem schmalen Waldweg nicht weiterfahren konnten. Die jungen Burschen schleppten die schweren Seile, die älteren Männer kamen mit Äxten und Pickeln. So eilig sie es hatten, jeder zog vor Lo sein Hütl und bot ihr einen Gruß. Und ein graubärtiger Alter rief ihr zu: »Heut, Fräuln, sollten wir Enkern Herrn Vater wieder haben! Da täten wir bald Herr sein übers Fuier da draußt!«
Lächelnd, mit nassen Augen, dankte sie dem Alten für dieses Wort.
»Siehst du, Lo, wie dein Vater noch lebt für diese Menschen, denen er Gutes tat!« sagte Ettingen bewegt. »Wie dieser Bauer an ihm die Kraft des Mannes schätzt, so wird ihn die Welt als Künstler ehren. Seine Blumen da draußen sind heute nacht in Asche gefallen. Was in seiner Seele Wurzel hatte, wird blühen für die Menschen, schön und dauernd.«
»Ja!«
Sie blieben seitwärts vom Wege stehen, um zu warten, bis die Leute vorüber wären. Als letzter kam der Bauer, dessen Anwesen in Leutasch draußen an den Garten des Malerhauses grenzte.
»Nachbar!« Ihren Arm lösend, eilte Lo auf den Bauer zu »Nachbar? Weiß die Mutter schon von dem Brand?«