Auch im Tal war andere Hilfe nicht möglich, als nur der Versuch, das rückwärtsfressende Feuer einzudämmen. Graf Sternfeldt, der Förster und Praxmaler hatten die Führung der Arbeit übernommen. Man schlug eine breite Gasse durch den Wald, um die Flammen zu hindern, gegen die tieferen Wälder hinunterzugreifen. Was schon brannte, mußte seinem Schicksal überlassen bleiben.

Bevor es noch dämmerte, begannen schwere Tropfen zu fallen, und dann rauschte es aus den Wolken nieder mit grauen Strömen.

Die Leute suchten Schutz unter den Bäumen. Jetzt wußten sie, daß sie die Arbeit sparen konnten, die der Himmel übernommen hatte.

Weiße Dampfwolken fluteten über den brennenden Wald. Es währte keine Stunde, und die Bäche des Regens hatten den Brand gelöscht. Während bei sinkender Nacht der weiße Dunst noch die weite Brandstatt überwirbelte, wagte sich schon ein Erster hinein in diesen Wald von schwarzen Kohlensäulen, unter deren nasser Kruste der Kern der halb verbrannten Stämme noch glühte. Es war der alte Hüter von der Sebenalm. Als ihn die anderen hindern wollten, die Brandstatt zu betreten, sagte er mit seinem hohen Kichern: »So was is gut, so gleich nach'm Fuierl!« Er watete durch die Asche. »So schön warm hab ich schon lang net ghabt in die Füß! Hihihihi!«

Als jede weitere Arbeit nutzlos war und die Dunkelheit anbrach, trat Graf Sternfeldt mit Praxmaler den Heimweg an.

Es war gegen Mitternacht, und sie hatten das Jagdhaus noch nicht erreicht, als der Förster sie einholte und die Nachricht brachte: »Mazegger ist gefunden.«

»Lebend?«

Der Förster schüttelte den Kopf.

»Herr, gib ihm die ewig Ruh!« Praxmaler bekreuzte das Gesicht.