Eine Weile standen sie schweigend im Regen, und dann erzählte der Förster: es wäre der alte Hüter von der Sebenalm gewesen, der den Erstickten fand, im Seebach, bis an den Hals im Wasser sitzend und umringt von den Leichen halbverkohlter Rinder.

Sie durchschritten in der Finsternis den letzten Waldstreif und erreichten das Almfeld.

»Hören Sie, Herr Förster, und Sie, Praxmaler!« sagte Sternfeldt. »Der Fürst und Fräulein Petri sollen das nicht erfahren. Wir wollen die erste Freude ihres Glückes nicht stören durch die Nachricht, daß Mazegger die Warnung, die das Fräulein rettete, mit dem Leben bezahlen mußte. Der arme Bursch!«

Der Förster nickte. »So? Gwarnt hat er dös Fräuln? No ja, was man glaubt, is wahr!«

Sie stiegen zum Jagdhaus hinauf, an dem alle Fenster mit hellem Schein hinausleuchteten in die Nacht und in den strömenden Regen.

Die Tropfen, die durch die Helle fielen, blitzten mit farbigem Licht.

Die ganze Nacht und zwei Tage noch währte das Rauschen und Gießen, als hätte der Himmel seine Berge reinspülen wollen vom Ruß und von der Asche des Brandes. Dann fegte ein Sturmtag alles Gewölk von den Höhen und schüttelte die in der Sonne glitzernden Wasserperlen von allem Gezweig. Wie mit neuer Keimkraft erwachte es bei dieser linden Wärme im getränkten Erdreich. Das Heidekraut hatte eine üppige Herbstblüte; alle Waldlichtungen und Gehänge waren von rotem Schimmer überhaucht.

Ein stiller Sonnenmonat. Und ein Glück, das lächelnd im Schweigen des Waldes blühte, menschenfern und weltvergessen.