Pepperl blies die Kerze aus, verbarg die Laterne in einem Busch und ließ seinen Herrn vorangehen auf dem Weg, der sich in dem schütteren Walde mit mattem Grau von dem schwarzen Rasen abhob.

Die Nacht war windstill; bald laut, bald wieder leiser werdend, plauderte der Wildbach wie im Halbschlaf; in tiefer Schwärze stieg der schweigende Wald bergan, und über den grauen Wänden funkelten am stahlblauen Himmel die zahllosen Sterne. Die Milchstraße, die draußen in der dunstigen Ebene auch in hellen Nächten nur matt erkennbar ist, schlängelte sich über den Sternenhimmel hin wie ein lichter Silberstrom, unterbrochen von schwarzen Inseln.

Zuweilen ging ein sanftes Hauchen durch die finsteren Bäume, als hätte die Natur im Schlummer wohlig aufgeatmet. Und wenn es kam, dieses kurze linde Hauchen, trug es von den Almen den Wohlgeruch der Brunellen ins Tal herunter, einen süßen Duft, der an köstliches Gewürz erinnerte.

Immer wieder blieb Ettingen stehen, auf den Bergstock gestützt, und träumte hinein in das nächtliche Schweigen des Waldes.

»Wie schön! Und soviel Ruhe!«

Als er leis diese Worte vor sich hin murmelte, zuckte es über die langen Bergwände der Hohen Munde wie ein falbes Leuchten. Das währte nur einen Augenblick, doch alle Farben des Waldes, der Felsen und Almen erwachten in dieser Sekunde, um mit der nächsten wieder in Schlaf und Finsternis zu versinken.

»Was war das? Der Himmel ist klar —«

»Weit draußen im Flachland muß a Wetter stehn. Da draußen hat's blitzt. Dös war der Widerschein.«

Ettingen lauschte, als müßte er den fernen Donner hören. In den sternfunkelnden Lüften blieb's ruhig und still.

Er lächelte. »Sturm und Wetter da draußen. Hier die Ruhe! Das Schweigen im Wald!«