»Morgen, Loisli? Büberl, morgen wird's schlecht ausschauen!« sagte sie, den Dialekt des Buben so geläufig plaudernd, als hätte sie von Kind auf keine andere Sprache geredet. »Weißt, morgen fahr ich heim zur Mutter.«

»Aber gelten S', Sie kommen bald wieder?«

»Ja Loisli! Heut über drei Tag, da darfst du dich wieder einstellen bei mir.«

»Und gelten S', da erzählen S' mir wieder was?«

»Ja, Bürscherl, komm nur! Und schau, wie nett und sauber du dich heut gemacht hast! So! Brav! So laß ich mir's gefallen!«

Der Bub kicherte in verlegener Freude. »Ja, wissen S', seit S' mich neulich so ausgscholten haben, trau ich mich nimmer eini mit eim schmierigen Gsicht. Aber gelten S', heut bin ich sauber?«

»Sauber, ja! Aber da schau her —« Sie nahm das Bürschlein bei der Hand und drehte an seiner Joppe den Ärmel vor, der einen spannenlangen Riß über den Ellbogen hatte. »Was is denn das?«

Der Bub wurde rot. »Mir scheint, dös is a Loch!«

Da lachte sie, hell und herzlich. »Ja, du, das scheint mir auch. Nur runter gleich mit'm Jöpperl!«

»Tun S' mir's flicken, Fräuln?«