»Freilich! Und bis ich fertig bin, kannst du das Gießkanndl nehmen und kannst mir Wasser holen, gelt? Jede Guttat muß der Mensch verdienen.«

»Ja, Fräuln!« Hurtig zog der Bub das Jöpplein herunter. »Und tausendmal Vergeltsgott derweil!« Er schoß auf die Gießkanne zu, packte sie und rannte davon. Während er durch die Latschen hinuntertrollte, nahm er die Brause von der Kanne, um das Rohr als Trompete benutzen zu können. So mißtönig diese Laute klangen, sie schienen dem Buben eine Feiertagsfreude zu bereiten. Und als er sich müd geblasen hatte, begann er unter lustigem Jodeln auf der Kanne zu trommeln.

Lolo war in die Hütte getreten, um zu verwahren, was der Bub ihr gebracht hatte. Dann kam sie mit Nähzeug, setzte sich auf die Türschwelle und begann die Wunde des Jöppleins in die Kur zu nehmen. Die Sonnenlichter, die durch das Rankenwerk der Efeulaube drangen, spielten mit Leuchten und Gezitter um ihre Gestalt.

Ettingen sah ihr lächelnd zu. »Geben Sie acht, Fräulein«, sagte er nach einer Weile, »wenn der Bub das nächstemal wiederkommt, wird er sein Kittelchen übel zurichten, um Ihnen Arbeit zu machen und länger bleiben zu dürfen.«

Sie schüttelte den Kopf. »Bevor er das nächstemal wiederkommt, wird er sein Jöpperl genau untersuchen und die Alm nicht verlassen, bevor ihm nicht die Mutter jeden Schaden ausgebessert hat.«

»Wie gut Sie von dem Jungen denken!«

»Wie er es verdient! Er ist ein braver, lieber Bub und wird einmal ein tüchtiger, guter Mensch werden.«

»Denken Sie von allen Menschen so freundlich?«

»Von den guten, ja.«

»Aber von jenen, denen Sie neu begegnen? Von denen Sie nicht wissen können, ob sie gut oder schlecht sind?«