„Was is denn mit der Modei?“ fragte Monika und erhob sich.
„Nix, nix!“ brummte Lenzl. „’s Madl is halt a bißl schreckhaft.“ Er wandte sich zur Schwester. „Komm, ich führ dich in d’ Stuben eini! Da kannst dich niederhocken in Ruh und a Tröpfl Wasser trinken.“ Er führte sie um die Hüttenecke.
„Kunnt sein, sie hat a schlechts Gwissen?“ kalkulierte Philomen. „Dös druckt allweil auf’n Magen, wann vom Tuifi d’ Red is.“ Ungeduldig schrie sie in Punkls Ohr: „Tu weiterverzählen! Gar net derwarten kann ich’s, bis er ihnen ’s Gnack umdraht. So ebbes is soviel schön!“
„Du!“ flüsterte Gori seinem Kameraden zu. „Da droben, mein’ ich, kunnt’s ebbes geben haben!“ Der andere zwinkerte mit den Augen und nickte.
„Wo war ich denn gleich?“ Um die Sinne zu sammeln, faßte Punkl mit beiden Händen ihren Kopf. „Ja, also, an Kracher hat’s tan, un d’ Hüttentür springt auf, und der rappenschwarze, lange, lange Kerl kommt eini –“
Monika schnatterte: „Mar’ und Joseph!“
„Kommt eini! Und packt den Gottsfürchtigen bei die Haxen und schmeißt ihn aussi durchs Hüttendach. Aber gar nix hat er gspürt, der Gottsfürchtige. Und gahlings is er dringlegen im schönsten Gras, so gmütlich, grad als ob er einigfallen wär zu mir ins Bett.“
„Vor so ebbes soll mich unser Herrgott behüten!“ sagte der Schnaderer-Hans von Winkel und bekreuzigte sich fromm unter dem Staunen der anderen.
„Jaaaa, Leutln“, erzählte Punkl, „und in die Lüft, da hat’s zum Schneien angfangt, daß alles weiß war in der Nacht. Und aus der sündhaften Hütten hat der Gottsfürchtige zwei schauderhafte Brüller ghört –“
„Jetzt hat s’ der Tuifi in der Arbet!“ pipperte die aufgeregte Philomen, die ebenso reichlich mit Phantasie wie mit Speck gesegnet war. „Jetzt hat er s’ beim Gnack! Jetzt hat er s’! Herrgott, is dös ebbes Schöns!“