Heut auf d’ Nacht
Werds alle umbracht.
Zwei werden gschunden grausi,
Den dritten schmeiß ich durchs Hüttendach außi!
Und wie er’s gsagt ghabt hat, da is er verschwunden – fffft – weg is er gwesen.“
Den Mädeln wurde gruslig zumut, und Monika konstatierte: „Dös war der Tuifi.“
„Jöises“, fieberte Philomen, „wird’s da nach Schwefel gstunken haben.“
„Dös kannst dir denken!“ nickte Punkl. „Und in der Nacht, wie’s auf zwölfe gangen is, da kommt a schauderhafts Unwetter.“ Ihre Hand machte eine flinke Bewegung im Zickzack. „A Blitz fahrt abi, und nacher tut’s an Kracher –“ Punkl schlug mit beiden Fäusten auf den Tisch, daß die Löffel hüpften und die Tassen klingelten. Im gleichen Augenblick fiel droben im Wald ein Schuß – jener zweite Schuß des Wildschützen – und wie Donner rollte das Echo über die Felswände. Die drei Sennerinnen kreischten in ihrem abergläubischen Schreck. Dann herrschte beklommenes Schweigen am Tisch, und eines guckte das andre an.
Modei tastete nach einer Stütze. „Schwester!“ stammelte Lenzl und umschlang die Wankende. „Was hast denn?“
„Mir is net gut!“ Mit geschlossenen Augen fiel ihr Kopf auf die Schulter des Bruders.