Benno war bereits in der Tür des Forsthauses verschwunden. Den Krug, den er auf dem Tisch hatte stehenlassen, zog der Wirt an sich und untersuchte ihn auf seinen Inhalt. „Hat wirklich wieder ’s ganze Bier vergessen!“ brummte er. „Is dös a Herr! Grad reden därfst von eim Gams, nacher is er schon in der Höh. Geh zu, Friedl, trink’s aus, wär schad um dös gute Bier.“
„Muß net so arg gut sein, sonst tätst es selber abischlücken.“
„Red net lang, trink!“
Friedl leerte den Krug und setzte ihn auf den Tisch, daß der Deckel klappte. „So! Vergelts Gott! Und pfüet dich Gott!“
„Halt a bißl!“ rief der Wirt und faßte den Jäger an der Joppe. „Was ich sagen will – a Neuigkeit, ja! Weißt es schon? Der Huisenblasi is dagwesen, a Stündl mag’s her sein.“
Friedls Gesicht wurde hart. „So? Ich hätt gmeint, der Weg nach Fall wär ihm a bißl verleidet worden, seit er Isarwasser hat schlucken müssen, der Lump!“
Der Wirt zuckte die Achseln. „So einer vergißt leicht! Er wird sich halt denken, daß daheraußen in Fall die Hirschen und die Gams a bißl gar z’viel geschont werden, und da meint er wohl, er kunnt dem abhelfen, daß in der nächsten Brunft die Hirschen wieder dutzendweis auf meiner Wiesen schreien.“
Friedl lachte kurz und rückte den Hut aufs Ohr. „Es scheint, der Blasi hat Langweil nach seinem Bruder, der in Fall den letzten Schnaufer gmacht hat? Wann er wieder zuspricht, der Blasi, kannst ihm ausrichten, daß ihm z’helfen wär. Adjes!“ Kurz wandte Friedl sich ab und ging auf das Forsthaus zu.
„Oho, oho!“ brummte der Wirt. „Meintwegen derschieß ihn heut oder morgen! Is grad a reicher Tagdieb weniger auf der Welt.“
Als Friedl in den Flur des Forsthauses trat, kam ihm Benno bereits entgegen, Rucksack und Büchse hinter den Schultern und den Bergstock in der Hand. Noch ein kurzer Plausch mit dem Förster. Dann wanderten die beiden über die Wiesen hinaus.