In den klappernden Pantoffeln trat Blasi zum Herd und drehte sich vor dem Feuer hin und her, um trocken zu werden und sich zu wärmen. „No, und da bin ich halt so durchigstiegen durchs Klamml, wo ’s Wasser vom Grottenbach haushoch abifallt.“ Das erzählte er gemütlich und heiter. „Aber grad, wie ich ums Eck ummi will, da scheppert a Bergstecken. Weißt, der Hies war’s, der ander Jagdghilf. Füß muß er haben wie an Olifant. Auf a halbe Stund weit hörst ihn schon allweil. Bis der amal an heimlichen Schützen derwischt, da springt noch leichter a Floh auf’n Kirchturm auffi.“ Ein munteres Lachen. „Ja, freilich, denk ich mir, du kommst mir lang schon z’spat! Und mach an Satz übern’ Bach und stell mich eini untern Fall, daß ’s Wasser wie a Dach über mich hergschossen is. Da drin is fein schön gwesen. Hinterm Wasser hat d’ Welt ausgschaut wie a buckleter Regenbogen. A gute Stund bin ich so gstanden und hab allweil gschaut. Und bin auf und davon, wie d’ Luft wieder sauber war.“ Er lachte wieder. „Und jetzt bin ich da, hab an damischen Hunger und krieg nix z’essen.“

„Mußt halt Geduld haben an Schnaufer lang!“ Modeis Stimme hatte einen fremden Klang. „Oder ’s nächstemal mußt an Fürreiter schicken, daß der Schmarren schon fertig auf der Bank steht, wann den Fuß einistellst in d’ Hütten.“

Verwundert sah Blasi auf und musterte das Mädel von oben bis unten, während er die Spitzen seines schwarzen Schnurrbarts drehte. Daß Modei ärgerlich wurde und diesem Ärger in Worten Luft machte, das war für ihn etwas Neues. Es erschien ihm so sonderbar, daß er nicht wußte, was er sagen sollte. Er behalf sich mit einem spöttischen Lächeln und folgte mit den Augen jeder Bewegung Modeis. Sie goß den Schmarrenteig in die eiserne Pfanne, in der das heiße Schmalz mit Gebrodel zischte.

Da klang es dünn aus dem Herdwinkel: „Du, Blasi? Hast ebba d’ Joppen um dei’ Büxen ummigwickelt? Oder hat ihr ’s Wasser an Schaden bracht?“

Blasi fuhr auf. „Geht’s dich was an, du verruckter Tuifi?“ Er warf einen scheuen Blick auf Modei. „Für was soll ich denn a Büxen bei mir ghabt haben?“ Seine Stimme bekam einen zärtlichen Schmeichelton. „Wann ich zu meim Schatzl auffisteig, da bring ich a warms Herzl mit. Sonst nix.“

„So?“ spottete Lenzl. „Meinst, ich hätt’s net gsehen, wie draußen dein’ Stutzen versteckt hast hinter’m Scheiterhaufen?“

Modei trat auf den Burschen zu und fragte ernst:

„Blasi? Is dös wahr?“

„Ah was, woher denn!“ Blasi lachte. „Täuscht hat er sich im Zwielicht. Auf Ehr und Seligkeit.“

„Ja, glaub’s ihm wieder!“ klang es schrill über die Herdflamme. „Glaub’s ihm wieder! Wie d’ ihm allweil glaubt hast!“