„Geh, laß ihn reden, Schatzl!“ Kosend legte Blasi den Arm um das Mädel. „Schau lieber, daß dein Bub a Bröserl zum Schlucken kriegt, dös ihm Kraft macht. Geh, sei gscheid, und tu a bißl Pfeffer in’ Schmarren eini! Pfeffer macht Blut!“

„Na, Blasi!“ Ihre Stimme war schwer. „Mit so ebbes kommst mir heut net aus. Heut mußt mir d’ Wahrheit sagen.“

Er rüttelte sie munter und scherzte: „Wie denn? Was denn? Warum denn? Duuuu, Weiberl, willst mir ebba heut a kleine Predigt halten? Mir scheint, an dir is a Kapuziner verloren gangen. Bloß der Bart hätt dir noch wachsen müssen. Jöises, jöises, und dreinschauen tust! Wie der Kaplan beim heiligen Grab! Ui jegerl! Da muß ich schon Reu und Leid machen.“ Er faltete auf kindliche Art die Hände. „Heilige, gütige Jungfrau Maria, bitt für mich!“

„Höi, Schwester“, warnte Lenzl, „heut hat er ebbes Heimlichs auf der Muck! Weil er sich gar so schmalzfreundlich aufspielt. Heut treibt er’s wie der Fuchs, der vor’m Hehndl seine lustigen Unschuldshupferln macht.“

Blasi wollte auffahren, bezwang sich und lachte gemütlich.

Schweigend sah ihn das Mädel an. Dann sagte sie unmutig über die Schulter: „Gib a Ruh, Lenzl! Es is schon wahr: allweil tust hetzen!“

Im Herdwinkel ein leises Kichern.

Blasi atmete erleichtert auf. „Gelt, Schatzl, wir zwei für uns allein, wir täten soviel gut mitanand auskommen. Aber allweil muß sich der ander zwischeneini schieben. Und da kriegt der gute Hamur allweil wieder an Riß.“ Er ging zur Bank hinüber, gähnte melodisch und lümmelte sich nieder.

Eine Weile blieb Modei bei der Pfanne beschäftigt. Dann trat sie auf den Burschen zu und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Schau, Blasi“, ihre Stimme hatte warmen und herzlichen Klang, „daß diemal a bißl jagern gehst, dös weiß ich doch. Aber ich hab mir allweil denkt: wann’s amal sein därf, daß d’ mich heiretst, und wann ich dein Weib bin – da wirst wohl a bißl hören auf mich, wann ich dir so ebbes ausreden muß in Güt –“

„Freilich, ja!“ nickte er belustigt. „Ich folg dir amal, wie ’s Vögerl der Vogelmutter!“